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MEIN STREIT MIT DER ZEIT – Versprochener Informantenschutz ist nur einen Pfifferling wert

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Caroline Schmidt (NDR)
Dr. Alexander Stevens (Strafanwalt – Jany Tempel)
Jörg Nabert (Rechtsanwalt – Die ZEIT)

NDR (05.06.2019): ZAPP – Stevens: „Als Opfer sollte man sich auf die Medien verlassen können“ URL: https://www.youtube.com/watch?v=EQKKj9AmMgY&list=PLIXMkT1Z6gPBn99LUemwBdsyfoM5jfAps [10.06.2019]

NDR (05.06.2019): ZAPP – Nabert: „Wir gehen davon aus, dass das Verfahren eingestellt wird“ URL: https://www.youtube.com/watch?v=K0j09s4deX0 [30.07.2019]

Seit ein paar Tagen kennen wir nun Herrn Naberts Meinung, die weit darüber hinaus geht, was für mich ein als seriöses Kommentieren einer (Gerichts-)Verhandlung verstanden werden kann. 

Fest steht, dass dem Gericht unser bisher vorgetragenes Material bis zum 31.05.2019 nicht ausreichte, um uns zu diesem Termin juristisches Recht zu geben. Deshalb ist eine Hauptverhandlung vereinbart worden. 

Woher Herr Nabert die Chuzpe hernimmt meine Glaubwürdigkeit in Zweifel zu ziehen, ist mir unverständlich. 
Hatte er mich doch für den renommierten Artikel für sehr glaubwürdig gehalten. 
Woher Herr Nabert aber die Chuzpe hernimmt, das schon vor der Verhandlung, bevor ich zum konkreten Fall überhaupt ausgesagt habe, zu tun, ist mir ein absolutes Rätsel. 

Ebenso wenig ist zu verstehen, mit welcher Selbstsicherheiter mich, meine Motive und Vorgänge beschreibt. 
Der Mann hat nicht einmal persönlichen Kontakt zu mir gehabt. 

Vertrauliche Aussagen und Gefühle zu Dritten aus dem Kontext zu reißen und anderweitig zu platzieren, ist der „Schlamm“ an der Geschichte – von dem er im Interview uns beschuldigt ihn „zu werfen“. 

Eigentlich wollten wir ganz einfach klären, ob die ZEIT zu ihrem Versprechen stehen muss, meinen Strafanwalt zu bezahlen. 
Ich habe mein Material, weshalb ich dieser Meinung bin, vorgelegt. 

Ich bin absolut kein streitlustiger Mensch und ich würde weder mir, noch meinem Anwalt die Arbeit, Nerven und Kosten zumuten, wenn ich keinerlei Grundlage dafür hätte. 

Gelegenheiten das alles einvernehmlich und im Guten zu lösen, gab es genug. 

Herr Nabert wird auch nicht müde, meinen Anwalt Dr. Stevens zu denunzieren, ihm obendrein noch vorzuwerfen, mich „umgedreht“ zu haben. 
Womit Herr Nabert ein weiteres Mal suggeriert, ich sei völlig bescheuert und unzurechnungsfähig. 

Während er als Jurist der Interviewerin und Kamera gegenüber vier Mal den Namen der anonymen Zeugin nennt. (Timecode 8:40)

Da fällt mir dann erstmal nix mehr zu ein!

Sprachlos,
Jany

Meine Stellungnahme zum Interview

JY:
Weil Herr Nabert in diesem Interview weder den Konjunktiv benutzt, noch seine persönliche Einschätzung als subjektiv bezeichnet, erlaube ich mir hiermit zu replizieren, wie mir der Schnabel gewachsen ist. 
Sollte ich mich hiermit, – obwohl ich ab jetzt jedes Wort prüfen lasse, (Herrn Naberts Äußerungen werde ich natürlich auch prüfen lassen), – strafbar machen, informieren Sie mich bitte, wenden Sie sich an meinen Anwalt oder am Besten gleich an die Öffentlichkeit. 

NDR
CAROLINE SCHMIDT: (0:00)
Heute war der erste Prozesstermin, in der Verhandlung (Anm. Landgericht HH 31.5.2019 Stevens/Tempel>Die ZEIT/Nabert), wie würden Sie das Ergebnis zusammen fassen?

JÖRG NABERT:
Das Ergebnis, das der vorsitzende Richter angeführt hat, stützt voll unsere Einschätzung, wir waren der Meinung, dass der Klaganspruch von Dr. Stevens und seinen Kollegen nicht begründet ist und der Richter hat das bestätigt. 

JY: 
Schön, dass Herr Nabert dieses Zwischenergebnis gleich als Rundum-Gewinn betrachtet, – ich bin auch zufrieden: Denn der Richter sagte meiner Information zur Folge, das Material reiche noch nicht aus, mit diesen Informationen würde er unseren Antrag ablehnen. 
Für ein positives Urteil sei weiterer Vortrag nötig, der auch seitens meiner Anwälte kommen wird.  
Da fließt also noch Wasser den Fluss runter.

CAROLINE SCHMIDT: 
Es geht ja hier um die Anwaltskosten von Herrn Stevens. Warum will die Zeit die nicht begleichen? 

JÖRG NABERT:
Die Zeit hat Jany Tempel als Informantin einen nicht üblichen Kosten-Schutz gegeben und zwar, falls Jany Tempel aus dem Artikel von Dieter Wedel angegriffen wird, das ist auch passiert, den Teil hat die Zeit auch bezahlt. Jetzt ist es zu einem Strafverfahren gegen Dieter Wedel gekommen und Jany Tempel ist dort Zeugin. Solche Anwaltskosten übernimmt die Zeit grundsätzlich nicht, weil sie sich in einem Strafverfahren nicht zu einer Partei machen lassen, sie unterstützt grundsätzlich keine Seite in einem Strafverfahren, außerdem benötigt natürlich ein Zeuge auch nicht zwingend einen Anwalt in einem solchen Verfahren, deswegen hat es hier keine Zusage gegeben und das hat sich auch bis heute nicht geändert.

JY: 
Vielen Dank für den nicht üblichen Kostenschutz! Ich war auch ganz beeindruckt, als der mir verkündet wurde: „nicht mal Günther Wallraff bekommt den, Jany, du bist eine Heldin!“ Den nicht üblichen Kostenschutz haben zum 1. Artikel m. E. nur Patricia Thielemann und ich bekommen. (Wie die ZEIT das mit den weiteren Protagonistinnen, im zweiten, ja noch viel brisanteren Artikel gehalten hat, entzieht sich meiner Kenntnis.)

Erstens ging man bei der erdrückenden Beweislage und den Unmengen von Vorwürfen davon aus, dass Wedel keine Klagen wagen würde. 

Zweitens sollten Wedels Angriffe von meinem bzw. unserem gemeinsamen Medienanwalt abgewehrt werden, (Wedel verlor bereits im Hannelore Elsner Prozess gegen meinen/unseren Medienanwalt) und das wurden sie auch. Es gab in etwa: eine Abmahnung, eine Replik, eine Schutzschrift, Emails hin und her, aufgeregte Telefonate. 
Vielen Dank! War bestimmt sehr teuer.

Die ZEIT hat auch erstmal „grundsätzlich nicht“ den Zivilkostenschutz übernommen und dann doch. 
Der Termin am 14.2. diente dazu, auch über die Strafrechtskostenübernahme zu sprechen. 
Bei diesem Termin wurden Vereinbarungen getroffen. 
Gegenstand des Verfahrens. Aussage gegen Aussage. 
Schätzungsweise drei Personen pro ZEIT, zwei Personen contra ZEIT und eine Person wird das Zünglein an der Waage sein. 

Zudem möchte ich gerne wissen, was es für einen Unterschied macht: 
Partei in einem Zivilprozess zu sein, aber in einem Strafprozess nicht? 
Wobei sie im Angesicht egal welcher Prozesse ja schon schlicht durch ihren Artikel Partei gezeigt haben, nein?

Und ob ein Zeuge, der Hauptbelastungszeuge und direkt betroffenes Opfer ist, in einer Position eines Zeugen, der das Zusammenprallen zweier Autos bezeugen soll, bleiben soll bzw. will oder nicht, dass sollte man tunlichst dem Betroffenen selbst überlassen. 

Nur ein kleines Ergebnisbeispiel dessen, wenn man als Betroffener Zeuge „nur“ Zeuge bleibt: Mein/unser Medienanwalt, der kein Strafanwalt ist, (dass dieser Unterschied gravierend ist, war mir zu dieser Zeit leider nicht klar, meine Dummheit, die Kommissarin war so nett mich darauf aufmerksam zu machen),versäumte es zum Beispiel meine Daten schwärzen zu lassen. 
Ich, betroffene Hauptbelastungszeugin werde nun im Gerichtssaal sitzen und sowohl die gegnerischer Partei, als auch hunderte von Journalisten und das ganze Volk wird damit exakt wissen, wo ich und meine Familie wohnen. Der nachträgliche Antrag von Dr. Stevens bei der Staatsanwaltschaft wurde abgelehnt, weil er zu spät eingereicht sei; der Gegner hat schon Akteneinsicht, Stevens bis heute nicht. 
Es gibt noch etliche andere wirklich sehr ungemütliche Beispiele. 
Ich trage die Verantwortung dafür, dass ich nun den anonymen Frauen erklären und entschuldigen musste, dass ich sie mit reingeritten habe. 
„Beruhige dich, Jany, du bist die Heldin!“ – konnte ich nicht mehr hören. 

Und deshalb hat die Politik m. E. in den letzten 30 Jahren das Wort „Opfer“ eingeführt und viele Male den Opferschutz verstärkt. Gerade weil es so wichtig ist, dass das Opfer dem Täter auf Augenhöhe begegnen kann, – also auch mit einem Anwalt, der ebensolche Anträge stellt und dafür sorgt, dass die Opferrechte gewahrt bleiben.  

Darüber hinaus fährt Dieter Wedel eine sehr aggressive Verteidigungsstrategie mit hochbezahlten Top Anwälten. Sein derzeitiger Hauptverteidiger ist Peter Gauweiler. Sehr gefürchtet. Auch er versuchte bereits an höchster Stelle mir Dr. Stevens als Anwalt aberkennen zu lassen. Er ist Gottseidank gescheitert und ich bleibe mit der Frage zurück: 
Bedarf ich nicht ebenso eines guten Pendants als Anwalt?
Oder bin ich dessen nicht wert?

(Betroffene tragen eine Herausforderung mit sich, die einkalkuliert werden muss: Angst. Deshalb sollte man Opfer-Themen auch nur anfassen, wenn man sich dazu in der Lage fühlt. 
Ein ewiges Opfer ist grundsätzlich leicht zu lenken. Leicht zu manipulieren, schwer zu trösten. Macht keinen Stress. Muss sich anpassen, um immer den Trigger zur nächsten Angst zu vermeiden.)  

CAROLINE SCHMIDT: (1:25)
Die ZEIT hatte ja auch eine zivilrechtliche Auseinandersetzung bezahlt, da ist man doch auch Partei, also, da ist man doch auch Teil eines Verfahrens…

JÖRG NABERT:
Wenn… was … Dieter Wedel hat Jany Tempel angegriffen, wegen der Äußerungen im Artikel, weil sie dort gesagt hat, dass sie ihm etwas vorwirft, das ist eine Publikation der ZEIT wegen der Jany Tempel angegriffen wird,  da/dort ist die ZEIT unmittelbar berührt, weil es um Ihren Artikel geht, aber wenn es um eine Straftat geht, die Dieter Wedel begangen hat und die von der Staatsanwaltschaft aufgeklärt werden soll, dann ist das nichts wo die ZEIT betroffen/beteiligt ist, das ist etwas was Jany Tempel dann als Zeugin, wie jeder andere Staatsbürger auch, machen muss, man muss als Zeuge bei der Staatsanwaltschaft erscheinen und wahrheitsgemäß aussagen und deswegen hat die ZEIT erst mal damit nichts zu tun.

JY: 
Abgesehen davon, dass ich das auch nicht vorausgesetzt habe, sondern mehrfach um Unterstützung gebeten habe, was schließlich zu dem Gesprächstermin mit Giovanni di Lorenzo und allen anderen Beteiligten führte, hat Die ZEIT, seit des Verjährungsfehlers sehr wohl damit zu tun.
Und das hat Giovanni di Lorenzo mir auch sehr mitfühlend mitgeteilt. 
Ich vermute auch, dass Die ZEIT selbst Zeuge im Verfahren ist, denn schließlich haben sie annähernd so kriminalistisch gearbeitet, wie jetzt die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft in München. 
Ob sie die Freiheit zu Aussageverweigerungsrecht haben und das auch in Anspruch nähmen, weiß ich nicht. 

„Damit zu tun“ haben sie jedenfalls, für meine Begriffe, in mehrfacher Hinsicht. 

Vor allem, wenn man mir/uns Opferinformanten sagt Wedels Taten seien verjährt, was man von drei Anwälten geprüft haben lassen will. 
Ich glaube dafür gibt es Fachbegriffe wie: Fürsorgepflicht und Pflichtverletzung der ZEIT. 
Prozess Inhalt.

CAROLINE SCHMIDT: (2.20)
Jetzt hatten Sie, kurz vorher, zu Beginn des Prozesses gesagt, dass der Herr Stevens Jany Tempel „umgedreht“ hat, was wollten Sie damit sagen?

JÖRG NABERT:
Herr Stevens hat sich unmittelbar nach dem Artikel im Januar 2018 bei der ZEIT gemeldet und hat als Strafverteidiger Argumente vorgetragen, die Dieter Wedel entlasten sollten, er hat gesagt, es gäbe keine Beweismittel die zu einer Bestrafung von Dieter Wedel führen könnten und so weiter, er hat mehrere Argumente vorgebracht. Diesen Rechtsanwalt hat sich jetzt ausgerechnet die Belastungszeugin Jany Tempel für das Gegenteil gesucht d.h. Jany Tempel will jetzt als Nebenklägerin in dem Strafverfahren, dass Dieter Wedel verurteilt wird, wenn sie das aber will, und einen Anwalt hat,  der sich vorher für Dieter Wedel  eingesetzt hat, dann finden wir das merkwürdig und wenn sich in diesem Zivilverfahren jetzt herausstellen sollte das Jany Tempel unglaubwürdig ist, weil immer behauptet wird sie hätte irgendeine Zusage bekommen, die sich aber gar nicht beweisen lässt und die auch tatsächlich nie gab, dann wird Jany Tempel unglaubwürdig und je unglaubwürdiger eine Zeugin wird, umso schwerer wird es für die Staatsanwaltschaft Dieter Wedel verurteilen zu lassen, d.h. wir gehen inzwischen davon aus, dass das Verfahren gegen Dieter Wedel eingestellt wird, weil man ihm die Schuld nicht beweisen kann

JY:
Herrn Naberts Ärger über Stevens ist wirklich erstaunlich.
Ich habe Herrn Stevens sich in keiner Weise für Wedel einsetzen sehen. 
Ich habe seine Texte gelesen und darin finde ich nur das übliche juristische Denken über mediale Vorverurteilung. 

Er hat sich nicht für Wedel eingesetzt, sondern gegen eine Verdachtsberichterstattung.
Er sagte, dass Verdachtsberichterstattung bei dieser Beweislage ein Unding sei, da lediglich Aussage gegen Aussage stünde und bitte nicht Die ZEIT, sondern Gerichte vorab klären sollen, was an der Sache dran ist. 
In diesem Fall bin ich nicht seiner Meinung, aber sie stört mich nicht im Geringsten. Im Gegenteil. Dadurch fühle ich mich noch besser und seriöser beraten. 

Diese Sicht berührt seine Vertretung in meinem Fall in keiner Weise. 
Auch der Ärger über Stevens ist Teil der Gerichtsakten und der Geschichte, die die Öffentlichkeit noch früher genug erfährt. 
Herr Nabert musste schon mal aus dem Nähkästchen plaudern. Ob das so gut für Die ZEIT ist, wird sich noch herausstellen.  

Herr Nabert stellt in Vertretung für Die ZEIT tatsächlich meine Glaubwürdigkeit in Frage? Das finde ich wagemutig, geschmacklos und ein Eigentor. 
Dazu würde ich gerne Anabel Wahbas, Jana Simons und Giovanni di Lorenzos Meinung hören. 

Es wird darauf hinauslaufen, dass alle Beteiligten unter Eid aussagen müssen, was bei dem Termin am 14.2. gesagt oder nicht gesagt wurde. 
Und wenn seine Partei unter Eid die Unwahrheit sagen würde und der Richter diese Aussagen für sein Urteil gegen uns verwerten müsste, stünde ich aber unglaubwürdig da und wäre keine glaubwürdige Zeugin für das Wedel-Verfahren mehr? 
Das soll mal einer verstehen. 
Abgesehen davon, dass ich eigentlich keine Veranlassung sehe, mich damit zu rechtfertigen, dass ich einer der wahrheitsgetreuesten Menschen bin, der rumläuft, meine Ehrlichkeit mir sogar manchmal auf den Kopf fällt, gehe ich schon mein Leben lang davon aus, dass die Wahrheit früher oder später immer ans Licht kommt.  Selbst kleine Notlügen bahnen sich ihre Wege und können zu schmerzhaften Stacheln werden. Das nennt man dann Gewissen. 

Noch mutiger finde ich die Prophezeiung, dass das Wedel- Verfahren eingestellt werden wird. 
Da habe ich erstens ganz andere Dinge gehört und zweitens wage ich das zu bezweifeln. 
Warten doch etliche Menschen der Gesellschaft sehr gespannt darauf, wie unser Land mit unserem brisantesten Metoo Fall umgeht. 

Wir gehen mit Sicherheit davon aus, dass Wedel angeklagt werden wird. 

Und wenn es ein Scheitern gäbe, dann nicht wegen meiner 
(Un-)Glaubwürdigkeit, sondern wegen der Gesetzeslage von 1996, als Vergewaltigung in der Ehe noch erlaubt war.

Und was ich jetzt, da der Stein nun im Rollen ist, persönlich will, steht überhaupt nicht mehr zur Debatte. 
Ich wiederhole: Ich wollte kein Strafverfahren. 
Warum?
Aus demselben Grund, warum so viele andere dieser Pechvögel auch schweigen. Weil Scham, Angst und Verzweiflung ab diesem Moment die Berater sind. 
Das hat mir, trotz des inzwischen 21-jährigen Abstandes der Gang durch die Mühlen der ZEIT Recherche sehr gut veranschaulicht. 
Was ich aber für den wichtigen Beitrag auf mich nahm, weil ich mich von Anabel Wahba und Jana Simon sehr gut behandelt fühlte und ihnen vertraute. Und weil ich ihnen nicht vor hunderten von Journalisten und einer Gegnerschaft, die mich mit allen Mitteln denunzieren wird, das Aussehen der Geschlechtsteile beschreiben musste. 

Wedel himself interessiert mich nicht im Geringsten, er hat sein eigenes Schicksal und wird sehr damit beschäftigt sein. Bestenfalls macht er eine sehr intensive Therapie.

Ich werde nun trotzdem weiterhin nach bestem Wissen und Gewissen meine Aussagen machen, wohin das dann führt, überlasse ich den Profis und dem Leben. 

CAROLINE SCHMIDT: (3:47)
Was bedeutet das für die ZEIT?

JÖRG NABERT:
Für die ZEIT ist das ärgerlich, denn sie hat sich ein Jahr lang Zeit gelassen, hat mit über 20 Frauen gesprochen, die Dieter Wedel belastet haben, die bis heute auch,- bis auf einen Fall -, alle zu ihren Geschichten stehen, die namentlich und anonym in den Geschichten vorkommen, die mit über 300- 400 Zeugen gesprochen haben, um den Hintergrund aufzuklären, um die Glaubwürdigkeit zu prüfen, und alles hatte Hand und Fuß und jetzt kommt e i n e  Protagonistin, – und ich werf das nicht mal Jany Tempel vor, – ich werf´ das Dr. Stevens vor, Dr. Stevens versucht hier eine ungewöhnlich hohe Finanzsumme für sich selbst heraus zu schinden. Stevens hilft ihr nicht, er reißt sie rein und deswegen werfe ich das ihm vor, dass diese Geschichte so läuft wie sie läuft.

JY:
Es kommt seit nahezu eineinhalb Jahren keine Müdigkeit auf, auf meinem Anwalt rumzuhacken und mich damit zu diskreditieren bzw. zu denunzieren.
Meine Zusammenarbeit mit Dr. Stevens ist seit eineinhalb Jahren sehr lehr- und hilfreich. 
Stevens ist ein ehrlicher, loyaler und moralischer Mensch, zuverlässig, gewissenhaft und Spezialist, in dem was er tut. 
Ein selten sozialkompetentes Exemplar in dieser Gesellschaft. 
Er ist die junge Generation, die an ihrer Zukunft arbeitet. 
Stevens ist ein Delphin unter den Haifischen. 

Meiner Information nach hat Herr Nabert in einem Schriftsatz ans Gericht selbst dargelegt, dass es Dr. Stevens wohl nicht ums Geld ginge. 

Da wäre doch mal interessant was Die ZEIT für Herrn Naberts Einsatz bezahlt, ich habe einen Anwalt gefragt: Er mutmaßt: bisher um die 50.000€. 
Anstatt sich mit mir und Dr. Stevens zu einigen, die wir Einigungsbereitschaft, sogar vor dem Gerichtsverfahren signalisiert haben. 

Die Antwort der ZEIT war: Wir wollen keinen Vergleich, wir wollen es wissen!

Ah. Ich glaube, dann will ich es auch wissen.

CAROLINE SCHMIDT: (3:34)
Sehen Sie da irgendein Motiv einfach Recht zu behalten? 

JÖRG NABERT:
Das ist ein rein pekuniäres Motiv, dass hier tatsächlich jemand eine hohe fünfstellige Summe für eine, wie ich finde, banale anwaltliche Tätigkeit kassieren will, – weil seine Mandantin hat überhaupt kein Geld, die musste sich im Rahmen dieser ganzen Geschichte schon Geld leihen, um in Urlaub fahren zu können, die hat kein Geld, und das wusste er auch, und wenn man dann als Anwalt eine solche Mandantin einen Vertrag unterschreiben lässt,  wonach sie Stunden Honorare zahlen muss, die sich überhaupt nie leisten kann, dann halte ich das für sittenwidrig.

JY: 
Herr Nabert nennt Dr. Stevens anwaltliche Tätigkeit banal. Nicht mal professionelle Kollegialität wird aufrechterhalten. Wow.

Woher kommt die Berechtigung zu verbreiten, wie meine finanzielle Lage ist? 
Die ist öffentlich nicht bekannt. 
Darf man eigentlich unautorisiert intime Details aus meinem Privatleben erzählen? 
Sehr uncool. 
Vor allem im Kontext der eigenen Bereicherung an dieser Sache, wenn ich davon ausgehen darf, dass Herr Nabert nicht pro bono oder pro domo für Die ZEIT arbeitet, weil es sich um ein gesellschaftliches Thema handelt und er Gutes tun möchte. 

Herr Nabert möge mir des Weiteren bitte so viel Geistesgegenwärtigkeit zugestehen, dass ich weiß was ich tue, wenn ich ein Mandat unterschreibe und nicht Dr. Stevens dafür verantwortlich machen. 

Für „sittenwidrig“ halte ich ganz andere Begebenheiten. 
Nämlich zum Beispiel eine private, vertrauliche SMS von mir ins Verfahren zu zerren, die zudem nicht im Geringsten relevant für den Fall ist, sondern scheinbar nur dazu dient, mir Angst einzuflößen und mich mundtot zu machen. 

CAROLINE SCHMIDT: (5:12)
Jetzt sagte Herr Niggemeier, vor der Tür, nach dem Prozesstermin, aus seiner Sicht, – auf ihn wirkt das wie eine Schlammschlacht.

JÖRG NABERT:
Naja klar, wenn einer anfängt mit Schlamm zu schmeißen, dann muss der andere sich dagegen wehren, und dann sieht das von außen wie `ne  Schlammschlacht aus, was will man denn machen, als Beklagter, man kann ja nicht die Hände heben, ich kriegte dann irgendwann zwischendurch von einer Anwältin die inzwischen nicht mehr für Dr. Stevens tätig ist, einen Anruf, die hatte den Prozess begonnen, einen Anruf, ob man sich nicht einigen könnte, da habe ich gesagt, nein, wir lassen uns hier nicht auf eine Einigung ein, weil wir den Anspruch für unbegründet halten, und zwar grundsätzlich, da sagt sie: dann wird es eine mediale Aufmerksamkeit geben, da hab ich gesagt: das empfinde ich als Erpressung, das empfinde ich jetzt als Drohung, dass Sie ihr Geld nur über diesen Druck einfordern können,  indem Sie mit den, äh, mit den Medien kommen. Und es zeigt sich ja, dass der Saal heute voll war mit Medienvertretern d.h. dieser Druck wurde dann tatsächlich aufgebaut, aus meiner Sicht eine Erpressungslage. 

JY:
Wir haben nicht mit Schlamm geworfen. 
Wir haben ganz anständig unsere Vorträge vorgebracht, niemanden persönlich angegriffen und über unsere Forderung verhandelt. 
Wenn die Anwesenheit der Presse, die Sie ja sonst offenbar auch nicht scheuen, als Erpressung empfunden wird, dann ist das leider nicht unser Problem und auch nicht unsere Absicht.  

Sollte die Erwähnung der Kollegin die inzwischen nicht mehr für Dr. Stevens tätig ist, ein Diskreditierungsversuch sein: Die Kollegin reichte das Mandat aus einem erfreulichen privaten Grund weiter und ist uns weiterhin wohlgesonnen und beratend tätig. 

Und: Wenn die ZEIT über Wedel berichtet und „sein Lebenswerk zerstört“ ist das salonfähig, wenn die Medien aber über das Verhalten der ZEIT berichten, dann ist das Erpressung. Aha.

CAROLINE SCHMIDT: (6:15)
„Glaubwürdigkeit“ ist ja jetzt für ein Begriff der sehr viel fällt oder der immer mit im Raum steht, – würden Sie sagen, ist aus ihrer Sicht Herr Dr. Stevens unglaubwürdig, als Anwalt für Jany Tempel?

JÖRG NABERT:
Ja, weil er in Kenntnis anders lautender Aussagen seiner Mandantin falsch vorgetragen hat, er hat gesagt, es hat Zusagen gegeben, dass die Zeit irgendwelche Kosten übernimmt und wir haben Dokumente vorgelegt,- noch als das Strafverfahren schon lief, als Jany Tempel schon vernommen wurde, da haben wir Dokumente vorgelegt, dass Jany Tempel immer noch sehr begeistert war, dass die Sache so lief, sie sagte, das ist das Beste was wir je gemacht haben, Patricia Thielemann, die andere Zeugin aus dem ersten Artikel, hat nach ihrer Aussage gesagt: „wir können jetzt heilen“ und dann sagt sie: „ich spüre das auch schon ein wenig“,  d.h. sie war positiv dem Strafverfahren gegenüber eingestellt und erst danach hat sie mit einem Mal behauptet, wenn sie von der Nicht-Verjährung gewusst hätte, dann hätte sie der ganzen Sache nie zugestimmt. Das ist `ne Geschichte gewesen, die sie sich später überlegt hat, das hat, das wusste ihr Anwalt,  diese Dokumente lagen ja Jany Tempel vor und damit auch ihrem Anwalt vor, das wusste ihr Anwalt und hat trotzdem anders vorgetragen und tut es bis heute, obwohl ihm der Richter heute gesagt hat, dass diese Dokumente gegen ihn sprechen und dass das deswegen unglaubwürdig ist.

JY:
Ja, das hat Patricia Thielemann, die ich noch nicht persönlich kenne, aber sehr schätze, wunderbar ausgedrückt. Überhaupt war ich ihr zu Dank verpflichtet, denn ohne ihren Wagemut wäre ich auch nicht klarnamentlich aufgetreten. Als ich, nach Erscheinung des Verjährungsfehlers die tiefsten Zweifel hegte, half mir ihre Yoga–philosophische Betrachtungsweise nicht in Reue zu verfallen und tapfer zu bleiben. 

Herr Nabert stellt wiederholt meine Glaubwürdigkeit in Frage. 
Er sägt am eigenen Ast und urteilt öffentlich, bevor ich überhaupt ausgesagt habe? 
Wie gesagt: Das finde ich wagemutig und geschmacklos. 

Nach meiner Information hatte der Richter nie ausgedrückt, dass jemand unglaubwürdig sei, sondern nur, dass die vorgelegten Dokumente noch keine Rechtsbindung belegen. 

Und auch die, aus Kontexten gerissenen Zitate von mir, die neu aneinandergereiht zu einer Story seiner Wahl werden, sind ebenfalls Bestandteil der Gerichtsakten. 

Herr Nabert hat inzwischen genug Darlegungen für meinen „Sinneswandel“, der keinesfalls von heute auf morgen stattgefunden hat.  

CAROLINE SCHMIDT: (7:41) 
Ja, jetzt ist es so, dass er mir im Interview gesagt hat, dass dieses Gespräch bei der ZEIT, ich glaube es war der 12. Februar (es war der 14.2.2018)…

JÖRG NABERT:
… es hat bei Schertz stattgefunden, nicht bei der ZEIT…

CAROLINE SCHMIDT: 
… achso, okay, genau, wo Giovanni di Lorenzo da war, Schertz, (unisono)Jana Simon, Anabel Wahba, Jany Tempel und die anonyme Zeugin, genau, und er sagt, diese Beiden, Jany Tempel und die anonyme Zeugin würden beide sagen, in diesem Gespräch sei eine Zusage gekommen, von der Zeit, von wem auch immer von der ZEIT, aber von der ZEIT, dass man den Strafanwalt bezahlen wolle, er will jetzt klären, ob die auch das vorm Gericht aussagen werden, aber das wird der nächste Schritt sein. Was bedeutet das für Sie?

JÖRG NABERT:
Das bedeutet, dass das falsch ist, erstens: es gibt zwei Protokolle, die diese beiden diese beiden Frauen selber angefertigt haben, Jany Tempel hat ein Protokoll über das Gespräch geschrieben und … (er nennt den Namen der anonymen Frau)… hat auch eins geschrieben. Jany Tempel schreibt kein Wort davon, dass das zugesagt worden ist, aber … (er nennt zwei Mal den Namen der anonymen Frau)… hat diesen Satz da rein geschrieben, da stimmen die Aussagen nicht überein. Die … (er nennt den Namen der anonymen Frau)… sagte auch nicht, wer das wem zugesagt haben soll,  also wird nicht gesagt, dann hat der es dem gesagt, oder was das bedeuten soll, sondern sie schreibt das einfach als eine, als eine rechtliche Einschätzung und so hat es der Richter heute auch gesehen, der Richter hat gesagt, dass sei noch gar kein Vortrag, der da gekommen ist, sondern das sei nur eine  rechtliche Bewertung.  Sie müssen erstmal erklären: wer was zu wem gesagt hat, um daraus irgendwas ableiten zu können und wenn das so gewesen wäre, wie das in dem Protokoll drin steht, dann würde das Schreiben, was heute auch im Gerichtstermin verlesen wurde, keinen Sinn machen, dass einen Tag später Professor Schertz an Jany Tempel schreibt, soll ich noch mit der Zeit über die Kosten für einen Strafanwalt verhandeln, dass würde ja keinen Sinn machen, wenn das schon am Tag vorher verbindlich zugesagt worden ist.

JY: 
Herr Nabert behandelt hier den halben Prozess-Inhalt, der gerade hinter den Kulissen weiterverhandelt und zum Vortrag gebracht wird. Darf er das eigentlich? 

Das Schreiben, das er anführt, wird von ihm falsch wiedergegeben:
Das Wort „verhandeln“ kommt nicht darin vor, weil diese Verhandlung am Tag zuvor bereits stattgefunden hatte und entschieden war. 
Herr Schertz fragte mich am 15.2. in dieser E-mail, ob er jetzt auch nicht die Kostenübernahme mit der ZEIT „regeln“ solle, „weil wir ja gerade so verblieben waren“. 
Anderer Kontext.
Zudem ging dieser E-mail etwas voraus und hernach, was aufzeigt, warum ich erst mit „ja danke“ reagiert hatte und nach einer schlaflosen Nacht, am nächsten Morgen um 5:00 Uhr das Kommando zurücknahm und sagte: „Meine Antwort war etwas voreilig, bitte jetzt einfach erstmal gar nichts unternehmen“. 
Und diese, meine Erklärung dazu möchte Herr Nabert vielleicht nicht öffentlich diskutieren.

Warum sollte Herr Schertz eigeninitiativ an mich schreiben, ob er die Kostenzusage der ZEIT nun noch einholen soll, wenn wir doch gerade (gestern!) so verblieben waren? 

Und hier haben wir ein sehr schönes Beispiel für die sich türmende Verantwortungslosigkeit. 
Herr Nabert nennt hier vier Mal den Namen der anonymen Frau. 

Einer Journalistin und der Kamera gegenüber. 

(Die NDR Redaktion war so nett einen Piepston drüber zu legen. Zwischenzeitlich kümmerte sich Caroline Schmidt darum, das Aussprechen des Namens auch visuell unkenntlich zu machen, denn inzwischen können nicht nur Gebärdensprachler von den Lippen ablesen.) 

Mir wurde von der ZEIT sogenannter Informantenschutz zugesichert. 

Meine Bedingung war, dass ich nicht als Initiatorin des Artikels genannte werden wollte, sondern mich im Kollektiv der Frauen verstecken kann. 
Christoph Amend nannte mich – entgegen der Vereinbarung – am 5.02.2019 in der Sendung „Hart aber Fair“ als Quelle. (6:40) Zudem gibt er den Stein des Anstoßes falsch wieder. Und die ewige Behauptung, ich hätte mich initiativ an die ZEIT gewandt, ist auch falsch.  

Ich wiederhole: Fehler können passieren. 
Aber dies hier sind leider keine Fauxpas mehr, das ist fahrlässig. 
Und es zeigt die Haltung und den Umgang auf. 
Die Kinder sind in den Brunnen gefallen und anstatt sie da unverzüglich wieder raus zu holen, wird in den Brunnen gerufen, bleib mal schön ruhig, reg dich nicht auf, du bist eine Pionierin, sei stolz drauf.

Unsere Nöte werden als zu vernachlässigende Befindlichkeiten behandelt. Währenddessen man sich selbst feiert und feiern lässt und einen Haufen Geld damit verdient. 

Und jetzt wundert sich der ganze Hofstaat, dass ich an die Öffentlichkeit gehe, und nach Unterstützung rufe.

CAROLINE SCHMIDT: (9:56)
Zu dem Thema der Verjährung… Jany Tempel sagt, sie habe, sie sei davon ausgegangen, dass das eine Bedingung ist, dass diese Fälle verjährt sind,  als Beleg dafür wird unter anderem angeführt, ja auch jetzt hier auf Gericht vorgetragen, dass da lange und breit irgendwie die Tagebücher durchgesucht wurden, wann der Fall jetzt genau war, und das würde doch gar keinen Sinn machen, wenn man nicht darauf hinaus wolle, außerdem sei da auch gesprochen worden, ah, gut, das ist jetzt ja schon lange verjährt, so, also sie hat das als Bedinung gesehen, dass es nur dann veröffentlicht wird.

JÖRG NABERT:
Nochmal. Wenn Jany Tempel mit einem Anwalt zur ZEIT kommt und eine Bedingung setzen will, dann ist es erst mal doch naheliegend, dass der Anwalt sagt, meine Mandantin redet aber nur mit Ihnen, wenn diese Angelegenheit verjährt ist, lassen Sie uns das mal prüfen. Kein Wort dazu. Dieses Thema Verjährung ist aufgekommen, einmal redaktions-intern, weil man es im Artikel verwenden wollte, deswegen hatte man Johann Schwenn, der ja vorher auch für andere Dinge dort beschäftigt war, der dort geprüft hat, ob das überhaupt strafrechtlich relevant ist, was die Frauen erzählen, was es für Straftaten sein könnten, und so weiter, der ist nebenbei auch mal gefragt worden ob diese Taten alle verjährt sind. Und da hat es einen Irrtum gegeben. Der war redaktionsintern. Das war sozusagen im Gespräch zwischen der Redaktion, Herrn Schwenn und mir, in dem Gespräch ist das gefallen. Nach außen, gegenüber Dr. Schertz und gegenüber Jany Tempel hat es keine Beratung in irgendeiner Form gegeben. Da ist auch nicht gefragt worden, ist das denn auch wirklich verjährt, und wir reden auch nur, wenn das verjährt ist. Das hätte sie doch ihren eigenen Anwalt fragen müssen, wenn ihr das so wichtig war, dann muss sie das doch selber prüfen lassen. Aber wie gesagt, es hat weder eine Absprache darüber mit der ZEIT gegeben, noch hat es irgendeine Beratung von der ZEIT in ihre Richtung gegeben. Und ich weise noch mal drauf hin, als das Verfahren schon lief, das Ermittlungsverfahren, war sie noch begeistert von der Situation. Wenn das so schlimm war, hätte sie doch am ersten Tag, am 23. Januar 2018, als alle Medien darüber berichteten, dass gegen Wedel ermittelt wird, hätte sie sofort schreien müssen und sagen: „um Gottes Willen, das hätte ich ja nie erwartet“, nein, mehrere Tage später schreibt sie noch: „ich beginne zu heilen“, – ja toll, so haben wir das auch gesehen. Und dann kommt sie aber und sagt irgendwann, als sie merkt, es läuft nicht so schön, in den Vernehmungen, wie sie sich das überlegt hat, – und sie hat einen teuren Anwalt, den sie jetzt irgendwie bezahlen muss, da ist ihr eingefallen, dass sie vielleicht so `ne  Geschichte konstruieren könnte, und die glauben wir nicht, und die hat es nicht gegeben.

JY: 
Ich finde es immer wieder interessant, mit welcher Selbstsicherheit manche Menschen über das Erleben anderer berichten. 
Meine Wahrnehmung der ganzen Vorgänge klingen ganz anders und haben eine andere Chronologie. 
Prozess Inhalt.
Und „nebenbei“ ist in dieser Angelegenheit von meiner Seite aus nichts passiert. Wenn die Verjährung redaktionsintern tatsächlich nur „nebenbei“ geklärt wurde, umso schlimmer. 

Ich möchte kein Mitleid. 
Ich möchte Verständnis, Akzeptanz und Unterstützung. 

CAROLINE SCHMIDT: (12:50)
Herr Stevens sagt jetzt, er findet es nicht glaubwürdig, dass sich nach einer E-Mail von Herrn di Lorenzo drei Anwälte, wie auch immer wie viele Anwälte, auf jeden Fall, dass man sich in dieser Frage vertan hat. Er führt an, die ZEIT selbst hat viele Artikel über diese Gesetzesänderung geschrieben, man kann das einmal googlen, er hält das nicht für glaubwürdig.

JÖRG NABERT:
Ja, also Dr. Stevens hat nun in diesem Verfahren gezeigt, was man als Anwalt alles nicht wissen kann, das muss man mal deutlich sagen, und natürlich mag es nicht glaubwürdig sein, wenn die ZEIT, als ein Unternehmen, mit, ich weiß es nicht, siebenhundert oder achthundert Angestellten irgendwann schon mal einen Artikel über das Thema geschrieben hat. Man muss aber sehen, dass der Bundesrichter Fischer, dass der Strafverteidiger Strate, dass Gisela Friedrichsen, die nun schon viele strafrechtliche Prozesse beobachtet hat, die alle hinterher geschrieben hat (haben): diese Straftaten sind verjährt und haben das gerade der ZEIT vorgeworfen und haben gesagt hier wird nur über verjährte Straftaten berichtet.

CAROLINE SCHMIDT: (13.51)
… haben die tatsächlich nachgerechnet?…

JÖRG NABERT:
… das weiß ich ja nicht, aber…

CAROLINE SCHMIDT: 
Also Herr Fischer hat das ja zurückgezogen. Es stand ja in dem Artikel drin, dass es alles verjährt ist. Sie haben sich, glaube ich, nur darauf bezogen… 

JÖRG NABERT:
… ja, das mag ja alles sein… 

CAROLINE SCHMIDT:
… und haben geglaubt, dass die ZEIT das richtig recherchiert hat. 

JÖRG NABERT:
Das mag ja alles sein, aber die Redaktion hat sich eben auch auf das verlassen, was Herr Schwenn gesagt hat, ich muss es noch mal klarstellen es hat nicht drei, es hat einen Anwalt gegeben, ähm, das mit den Dreien ist ein.. ein.. eine falsche Einschätzung von Giovanni di Lorenzo gewesen, aber ähm, ob, ob Professor Schertz seine Mandantin zu dem Thema beraten hat, wissen wir nicht, möglicherweise hat er auch nur geglaubt, es sei verjährt, viele haben es geglaubt, es spielte keine bedeutende Rolle, also jetzt müssen wir doch, wir b… Sie vertreten mit diesen Fragen… ich kann ja verstehen dass Sie das fragen, aber Sie vertreten immer diese Position von Jany Tempel- ich weise drauf hin,  dass es für Jany Tempel  bis weit nach Einleitung des Ermittlungsverfahrens keine Rolle gespielt hat, da wird jetzt ein Pseudo Problem aufgebaut, natürlich hat die ZEIT im Rahmen der, der Recherche viele Fragen gestellt, die hat auch gefragt „ist das Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung oder Missbrauch oder was auch immer“, solche Fragen sind dem/den Strafverteiger/n gestellt worden, mir sind auch zivilrechtliche Frage gestellt worden, da mag auch mal ein Irrtum passieren, wo Menschen arbeiten passieren auch Fehler, das hatte aber nichts im Verhältnis zu Jany Tempel zu tun. 

JY: 
Ja, genau, diesen ganzen Salat entwirren wir jetzt nämlich mal. Da sind viele Leute dran beteiligt. Das, was hier als Narrative herunter erzählt wird, findet sich in meinem Tagebuch nicht wieder. 

Vielleicht ist ja alles auch nur ein ganz großes Missverständnis.

Es gibt eine schriftliche Vereinbarung meines/unseres Medienanwaltes, in dem er sich von der ZEIT die Kostenübernahme sämtlicher Anwaltskosten, die im Zuge der Wedel – Berichtserstattung entstehen, für mich zusagen ließ. 

Bis dato war mir der genaue Unterschied zwischen Straf- und Zivil noch nicht im Geringsten klar. Also unterlag ich für eine Weile diesem Nichtwissen. Als mir der Unterschied eindrücklich von der Kommissarin aufgezeigt wurde, bat ich um ein Gespräch. Als Anabel Wahba mir schrieb, dass die ZEIT keinen Strafanwalt bezahlen würde, drängte ich noch konkreter auf das nötige Gespräch hin. Denn wie gesagt: Vorher hatte man sich auch dem Zivilkostenschutz verweigert und dann seine Meinung geändert.

Ich habe Giovanni Di Lorenzo als empathischen und sympathischen Menschen kennengelernt, der sich der Unterstützung nicht verschlossen hatte. 
Dass er offenbar etliche unsachliche und unkonzentrierte Leute für sich arbeiten lässt, sollte er meines Erachtens überdenken. 
Eventuell dreht nicht Stevens die Tempel um, sondern seine Mitarbeiter ihn, wie auch Gesinnungen zu Thematiken. 

Wurde Professor Fischer in der Phase um die Recherche herum doch abrupt entlassen, weil er anderer Meinung war, die man aber vorher noch vertrat. 

https://uebermedien.de/26570/du-bist-unser-autor-du-hast-uns-nicht-in-den-ruecken-zu-fallen/

Dr. Thomas Fischer und Gisela Friedrichsen haben sich, laut Presseberichten auf die Informationen in dem ersten Artikel IM ZWELICHT verlassen – und waren mitnichten damit „beauftragt“ anhand der nur der ZEIT vorliegenden genauen Daten die Verjährung zu prüfen.

Im Nachhinein schiebt man ihnen aber eine Verantwortung zu, deren Verteilung es so schlicht nicht gegeben hat.
Herr Dr. Fischer geht sogar so weit, dass er laut sagt, dass es grob fahrlässig ist, wenn auch nur ein Anwalt sich hier vertut. 
Dass sich gleich drei Anwälte vertan haben grenze an ein Wunder.
Zitatende.
Wie Herr Nabert nun zwei Anwälte aus dem Geschehen nimmt und es einem zuschiebt, muss ich erstmal nachvollziehen.
(Achso. Das ist ja nur „nebenbei“ passiert.) 

So auch Dr. Stevens. 
Vorher hatte man doch auch mit ihm zusammen gearbeitet.

Eine Meinung zu ändern ist legitim und das kann Die ZEIT auch, wie sie eindrücklich sichtbar machte. 
Wobei am Rande bemerkt sei, dass Dr. Stevens seine Meinung gar nicht geändert hat. 

Dass Giovanni di Lorenzo sich an sein weiteres Zugeständnis offenbar nicht erinnern will, kann ich allerdings nicht nachvollziehen. 
Mal sehen, ob andere sich erinnern. 

CAROLINE SCHMIDT: (15:15)
Di Lorenzo schreibt jetzt in diesem Brief, den ich eben schon zitiert hab, weiter: „daraus erwachse nun eine besondere Verantwortung, dass dieser Fehler passiert ist. Was hat er damit gemeint?

JÖRG NABERT:
Das müssen Sie ihn fragen. Das weiß ich nicht. 

CAROLINE SCHMIDT: 
Und können Sie zumindest verstehen dass Jany Tempel das so empfindet oder würden Sie auch die Empfindung bestreiten, wenn ich Sie verstehe, dann bestreiten Sie auch, dass sie so empfindet, sondern Sie unterstellen, dass sie nur…

JÖRG NABERT:
Ja, weil sie noch später, weil sie noch später gesagt hat, es ist alles gut. sie hat später noch gesagt, es ist alles gut und wenn sie sogar noch, ich weiß nicht, Mitte Februar – da war sie schon bei Stevens, noch gesagt hat „ich muss mit Giovanni di Lorenzo noch über die Auswahl des Opfer Anwalts sprechen, in Klammern PKH, Fragezeichen, d.h. die Auswahl des Opfer Anwalts,  Giovanni di Lorenzo hat ihr zugesagt ihr bei der Auswahl eines Anwalts behilflich zu sein, man wollte ihr Empfehlung geben, an wen sie sich wenden könnte, das ist auch passiert, man hat ihr `ne Empfehlung gegeben und wenn sie dann schreibt PKH Fragezeichen, dann denkt sie, PKH steht für Prozesskostenhilfe das ist ´ne staatliche Unterstützung von Betroffenen in gerichtlichen Verfahren, wenn sie zu dem Zeitpunkt noch dachte und das ihrem eigenen Anwalt Professor Schertz schreibt, wenn sie zu dem Zeitpunkt noch , sie kriegt das Geld vom Staat oder sonst woher, dann ist das auch aus ihrer Sicht anders gewesen. Dann hatte sie da keine finanzielle Zusage bekommen. Dass sie sagt, ich bin jetzt Zeugin im Verfahren, ich muss mich jetzt irgendwie vertreten lassen, in Gottes Namen, ob sie das musste oder nicht, das kann ja auch noch mal da hinstehen, aber wenn ich zu einem Anwalt gehe, und bevor ich eine eine Honorarvereinbarung unterschreibe, nach der ich zig Tausende von Euro bezahlen muss, dann vergewissere ich mich doch vorher, ob mir das Geld jemand erstattet. Und sie hat es bis zu diesem Zeitpunkt gewusst, dass sie das nicht sicher hatte, also dass sie da auch gar keinen Anspruch drauf hatte, das wusste sie auch, sondern sie hatte immer gefragt, ob man darüber reden konnte, und Schertz hat ihr auch noch am 15. Februar gesagt „soll ich darüber für Sie reden“, und dann hat/ ist sie in den Urlaub gefahren und hat ihn nicht darüber reden lassen. Würden Sie nicht, wenn sie so eine Verpflichtung eingehen, sagen: „ja, unbedingt rufen Sie da an, ich muss das Geld doch haben“, nein, sie fährt in den Urlaub und mach nichts und unterschreibt bei Stevens einen Vertrag, und der kommt hinterher und sagt: „ich will 30 oder 50.000 € haben. Und dann wird gesagt: ja irgendwie ist da was Moralisches im Raum, da ist nichts Moralisches im Raum, wenn die Mandantin selber glücklich war, am Anfang, dass das Zivilverfahren, das Ermittlungsverfahren eingeleitet wird, dann kann man das nicht später irgendwie umkonstruieren, dann ist das in ihrem Sinne passiert.

JY: 
Da hat er recht. 
Das war dumm von mir. 
Der anwesenden Runde vertraut zu haben, war ein Fehler. 

Ganz ehrlich: Es gab ab dem 14.2. keinen weiteren Kontakt mehr, weil ich so angewidert war. Wenn ich belogen werde und Untiefen zutage kommen, mit denen ich nicht mehr umgehen kann, dann schalte ich, – vielleicht sogar zu meinem eigenen vermeintlichen Nachteil,- eine Weile ab. 

Erwähnung zur PKH, zur Prozesskostenhilfe: 
Kein Mensch weiß, was der unterste Mindestsatz einer staatlichen anwaltlichen Unterstützung ist, im originären Sinn des Wortes: Hilfe bei den Kosten für einen Prozess. 
Finden wir es raus. 
Und finden wir bitte raus, was ein Herr Gauweiler bei Wedel aufruft. 
Fände ich interessant. Wobei mir ein Sprichwort einfällt, das ich mir nicht verkneifen kann: Der Teufel kackt immer auf den größten Haufen. (In Wirklichkeit heißt es: scheißt.)

Und einfach in den Urlaub gefahren zu sein, nachdem mir ein Kreislaufkollaps höchste Alarmstufe signalisierte, war vielleicht auch dumm. 

Aber da ich die Auffassung vertrete, dass alles zu irgendwas gut ist, wird das schon alles seine Richtigkeit haben und ein höheres Gut zutage fördern. 

CAROLINE SCHMIDT: (17:59)
Jetzt, ähm, die Frage der Verjährung ist ja nicht nur für Frau Tempel, -jetzt noch mal zurück zu Verjährung – von entscheidender Bedeutung gewesen, sagt sie jetzt auf jeden Fall, sondern auch für die beiden Frauen, die ja.., denen Anonymität zu gesichert worden ist. Nun wurde im Rahmen dieses Ermittlungsverfahren, – wurde diese Anonymität gelüftet, weil Frau Tempel sich auch, – so hat das Herr Stevens grad auch noch mal beschrieben, also,  von der von der Staatsanwaltschaft wirklich, ähm, ich will jetzt nicht sagen genötigt, was ist der richtige Begriff?, – also veranlasst, – das wirklich preiszugeben, wer die anderen Zeuginnen sind. Kann man…, in wie fern muss sich die ZEIT auch hier den Vorwurf gefallen lassen, dass sie ihre Protagonistinnen nicht ausreichend geschützt haben? 

JÖRG NABERT:
Die ZEIT ist doch nicht dazu da Protagonistinnen vor der Zeugenschaft in einem Strafverfahren zu schützen. Ein Strafverfahren ist ein staatliches Verfahren, das gegen einen Täter eingeleitet wird. Es geht doch nicht darum, dass die ZEIT dazu da ist, Täter vor der Strafverfolgung zu schützen. 
Die Strafverfolgung tritt automatisch in Kraft, wenn eine Staatsanwaltschaft erfährt, dass irgendwo eine Straftat von gewisser Bedeutung stattgefunden hat, dann wird ermittelt und dann ist jeder Bürger verpflichtet dort auszusagen. Wenn diese anderen Frauen also auch aussagen müssen, dann ist das ihre Bürgerpflicht, die ZEIT ist nicht dazu da, das zu verhindern.

JY:
Ich bin juristischer Laie und habe kein Abitur.
Als Schauspielerin habe ich nie in einer Gerichtsserie mitgespielt und als Autorin begegnete mir das Genre auch nicht. 

Die erste Empfehlung der ZEIT war: es muss eine Frau, eine Anwältin sein. 
Sie empfahlen mir dann einen Mann, der renommiert sei, er selbst könne das Mandat zwar nicht übernehmen, aber seine Kanzlei.
Soll ich beschreiben wie verarscht ich mich dabei gefühlt habe? 

Die zweite Empfehlung war: ortsnah, sprich, in Berlin. 

Meine Erkundigungen ergaben genau das Gegenteil: 
Ich brauche einen Mann als Anwalt, wenn nicht sogar zwei. Und ich brauche einen Anwalt in München, denn die Ermittlungen laufen in München und der Prozess würde ebenfalls in München verhandelt werden. 

Dr. Stevens ist ein Mann, ein Teamworker, ein Münchner und kennt sich im Münchner Staatsanwaltschaftsapparat durch seine anderen Fälle aus. 

Und wie konnte die ZEIT eigentlich Anonymität garantieren, wenn die Verjährung angeblich gar nicht so wichtig und „nebenbei“ behandelt wurde?

Herr Nabert erklärt uns die Bürgerpflichten.
Ich befürchte, dann muss sich die ZEIT den Vorwurf gefallen lassen, dass ihr gepriesener Informantenschutz keinen Pfifferling wert war und man uns Informantinnen trotz des Zeugnisverweigerungsrechts von Journalisten (um Informanten zu schützen) sehenden Auges ins Messer laufen ließ.  

Diese Vermutung haben jetzt schon einige professionelle Leute geäußert.
Ich möchte so viel Infames nicht unterstellen. 
Aber, wenn ich Revue passieren lasse, wie sich alles aneinanderreihte und jetzt vor allem zum größten Teil vehement bestritten und verkehrt wird, dann fange auch ich, gutgläubiges Ding, an zu zweifeln und frage mich: Wie viel war Euch dieser Erfolg wert? Und vor allem, wie viel ist es Euch wert jetzt dermaßen gegen mich vorzugehen? 

Ich wiederhole, sollte ich jetzt hiermit Fehler machen: 
Ich bin bereit sie mir aufzeigen zu lassen.
Aber noch, mit Verlaub, sehe ich keine Fehler meinerseits. 

Wie sagt man so schön: Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand. 
Ich vertraue auf ihn.

Nun darf ich Justitia, die Göttin der Gerechtigkeit persönlich kennenlernen. 
Und die Welt möge mich bitte dabei begleiten.  

CAROLINE SCHMIDT: (19:23)
Dann gibt´s noch diese, -das ist auch in der Presse Mitteilung Thema gewesen, aber ähm, wurde ja jetzt auch schon mehrfach aufgeschrieben, dass es zwei weitere Frauen, ähm sich beschweren, über die ZEIT und zwar hätten sie, ähm, vor der Veröffentlichung ihre, ihren Teil der Geschichte zurückgezogen.  Der einen soll die Reaktion gesagt haben, ähm, das geht jetzt nicht mehr, können wir nicht mehr ändern, es sei zu spät und die andere Geschichte soll dann mit Hilfe von anderen Zeuginnen rekonstruiert worden sein, und alle Details von der Frau sollen rausgestrichen worden sein, das bestreitet jetzt Herr Stevens zwar, ähm, ihre Geschichten blieben also beide, obwohl sie das zurückgezogen haben wollten, blieben beide Teil der Berichterstattung. Wie bewerten Sie das? 

JÖRG NABERT:
Dr. Stevens hat das in seiner Presse Erklärung geschrieben, wir haben ihm eine Stunde später eine Unterlassungsaufforderung genau wegen dieser Passage geschickt… 

CAROLINE SCHMIDT: 
… das hat auch Frau Friedrichsen in ihrem Artikel geschrieben, ne? Also, im Dezember… 

JÖRG NABERT:
… zu der einen (Frau) Fall, nicht zu zweien … 

CAROLINE SCHMIDT: 
… zu einem Fall nur, genau… 

JÖRG NABERT:
… ich wollte das eben noch…

CAROLINE SCHMIDT: 
… okay, Entschuldigung.

JÖRG NABERT:
Also, wir sind sofort mit einer Unterlassungsaufforderung gegen Dr. Stevens vorgegangen, weil die Aussage falsch ist. In dem einen Fall hat die Frau noch unmittelbar vor der Veröffentlichung geschrieben, dass sie mit der Geschichte einverstanden ist. Es hat kein Zurückziehen von der Veröffentlichung gegeben. Das stimmt objektiv nicht. Der zweite Fall, da hat die Frau Hinweise gegeben, was passiert ist und hat dann später gesagt, ich möchte nicht mehr, dass meine Informationen verwendet wird, verwendet werden. Wir hatten.., – ich hatte vorhin schon gesagt, wir haben aber mit mehreren 100 Protagonisten im ganzen Umfeld gesprochen, und da haben sich viele Sachen in der Öffentlichkeit abgespielt, da hat Wedel angeblich Leute auf der Bühne `n Kotau machen lassen, vor allen anderen Mitarbeitern am Set, das hat sich natürlich in der Öffentlichkeit abgespielt und, wenn dann andere Leute erzählen, was für da stattgefunden hat, dann obliegt es nicht mehr einer Protagonisten zu sagen: über diese Geschichte darf nicht erzählt werden, das würde kein Medium hinnehmen, dass die externen Leute entscheiden, über was berichtet wird und über was nicht berichtet wird, was öffentlich stattfindet, darf auch öffentlich berichtet werden. 
Wir haben keine Informationen benutzt, die die Mandantin aus ihrem eigenen, ne Quatsch-die Mandantin, die die Protagonistin aus eigenen Gefühlsleben erzählt hat, die sie aus Ereignissen hinter verschlossenen Türen erzählt hat, die aus ihrem eigenen Privatleben stammen, alles das wurde nicht erzählt. Es wurde eine anonyme Geschichte erzählt, wo niemand erkennbar ist, durch Sachen, die in der Öffentlichkeit abgelaufen sind und deswegen haben wir uns an alle Zusagen gehalten, die die ZEIT da gemacht hat. 

JY: 
Grundsätzlich eine gute Absicht, aber uns liegen andere Informationen vor. Wahrscheinlich auch Inhalt des Prozesses, ich weiß es nicht. 

Ja, die Abmahnungen wurden per Post an Dr. Stevens zugestellt.
Dr. Stevens hat aber in keiner Weise ein Zugeständnis abgegeben.
Bisher folgte auch keine gerichtliche Untersagung. 
Wahrscheinlich, weil Dr. Stevens all das ganz trivial anhand von Emails belegen kann.

Herr Nabert/die ZEIT hat Dr. Stevens jetzt … wie oft abgemahnt? 
Und sogar verklagt? 
Also damit auch mich. 

CAROLINE SCHMIDT: (22.12)
UEBERMEDIEN schreibt heute, dass Jany Tempel dem Chefredakteur der ZEIT im Dezember 2017 geschrieben habe, „sie hoffe, dass sie und die anderen Frauen nicht nur eine Story seien“, sondern Zitat: „in diesem Fall besonders empfindliche Menschen, die mit diesem hohen Risiko etwas bewegen, dass sie uns/mich auch über den Artikel hinaus begleiten. Was denken Sie, wenn sie solche Zeilen lesen? Heute, – haben Sie ja bestimmt auch gelesen, den Artikel. 

JÖRG NABERT:
Das wir, das wir mehr machen, als wir normalerweise machen. Wir haben diese Zeugin, diese Informantin in einer menschlichen Weise betreut, wie das ganz selten passiert, sie hat Kostenschutz bekommen, das kriegt ganz selten mal ein Informant, also, ein Informant-, ich bin jetzt auch für sie Informant, Sie kämen, glaube ich, nicht auf die Idee, wenn ich irgend…, wenn ich jetzt angegriffen würde, von Stevens, mir Kostenschutz zu gewähren, das ist ein seltener Fall, also weil es diesen seltenen Fall gab, haben wir schon das Über- obligatorische, das Mehr als Notwendige getan, um dieser Frau Schutz zu gewähren, wir haben alle Informationen in ihrem Hintergrund aufgeklärt, um sie nicht ins Messer laufen zu lassen, falls sie vielleicht `ne falsche Erinnerung hat, falls sie irgendeine eine falsche … falsche Vorstellung hat, von der Strafbarkeit von dem was Wedel gemacht hat, es wurde alles in ihrem Sinne aufgeklärt, sie kann sich darauf auch heute stützen, auf all das was die ZEIT da in ihrem Sinne ja, sie war ja diejenige, die wollte, sie kam zur Zeit, sie wollte, dass die Geschichte erzählt wird, also war das in ihrem Sinne und die ZEIT hat ihr geholfen ihre Geschichte aufzuklären und ihr zu helfen, dass Wedel dafür öffentlich in Anspruch genommen wird, sei es  moralisch, sei es strafrechtlich, sei es irgendwie sonst, also, dass er haftbar gemacht wird, für das was er früher getan hat, das war ihr Interesse und dementsprechend kann sie sich das eigentlich, kann sie das der ZEIT nicht vorwerfen, dass sie hier keinen Schutz bekommen hat und ich kann es nur noch mal sagen: zu dem Zeitpunkt als das Strafverfahren los ging hatte sie nichts dagegen. Sie kommt jetzt mit einer konstruierten Geschichte, weil sie Stevens das Geld verschaffen will. 

JY:
Eigentlich: Ohne Worte.

Aber damit es verständlich wird: 

Ich stelle die gute Arbeit nicht in Abrede. 
Abgesehen davon, dass mein Beitrag ein rein sozialer war, die Kollegen der ZEIT haben gut verdient, wofür soll ich mich also bedanken? 
Für Schutz, der selbstverständlich und auch sehr eigennützig ist? 
Ich kritisiere den Umgang danach. 
Nach dem Fehler. 

Ich wiederhole: Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich feststellen musste, dass sich niemand für den Fehler verantwortlich fühlte, sich resultierend auch niemand dafür entschuldigte, erst als ich mit dem ganzen Schlamassel plötzlich nicht mehr im Boot der anderen saß, da musste ich dann doch hartnäckig darum bitten, zurück ins Boot zu dürfen. 

Die Behauptung, dass es nur „nebenbei“ um die Verjährungsfrist ging, ist schlichtweg falsch. 
Die ZEIT schreibt selbst in ihrem Artikel, dass ich 2003 ein Buch über mein Leben geschrieben hatte, in dem ich diesen Vorfall beschrieben hatte und auf Grund der Nicht-Verjährung mein Buch damals nicht publizierte. 
Ich höre meine neunzigjährige Schwiegermutter, deren Tagebücher seit eineinhalb Jahren bei der Staatsanwaltschaft liegen, sagen: Und mein Schatz? 
Ist es nun verjährt oder nicht? 
Wenn es nicht verjährt ist, kann ich nur anonym erzählen, erklärte ich ihr. Anabel Wahba und ich freuten uns sehr, als mir durch einen glücklichen Zufall das exakte Datum in die Hände fiel. 
Das bedeutete für uns: Verjährt, ich kann klarnamentlich auftreten. 

Mein/unser Medienanwalt warnte mich durchaus, dass alles Mögliche passieren könne, aber ich wähnte mich ja mit allen in einem Boot. 
Jany, wir sitzen alle im selben Boot. 

Ich habe den Verjährungsfehler anfänglich auch als solchen betrachtet und niemandem einen Vorwurf gemacht: 
Es hatte also ausgerechnet mich, die (vorerst heimliche) Initiatorin des Ganzen getroffen. 
Es hätte auch eine andere Frau treffen können. 
Also betrachtete ich es als Aufgabe und Schicksal, dem ich mich stellte. 
Man redete es mir schön. 
Ich redete es mir schön. 

Und es hätte auch eine gute Zusammenarbeit bleiben können, wären nicht noch mehr Verabredungen nicht eingehalten worden, weitere gravierende Fehler passiert und, – und das ist mit einer Jany Tempel nicht machbar: Wenn sie merkt, dass man anfängt unehrlich zu ihr zu sein, sie manipuliert und Intrigen anzettelt, dann fährt sie in einem anderen Boot in den Urlaub und kommt solange nicht zurück, bis sie das verdaut und wieder Kraft hat.  
Ganz einfach. 

CAROLINE SCHMIDT: (24:22)
Ich habe jetzt.., – Herr Stevens sagte eben, Jany Tempel ist inzwischen so wütend, dass sie möchte, dass die Zeit alle Preise zurückgeben muss, wegen dieser Geschichte.

JÖRG NABERT:
Also, die Preise werden nicht verliehen, weil Jany Tempel irgendetwas möchte oder nicht möchte. Die Geschichte steht, die Geschichte ist richtig, es sei denn Jany Tempel sagt mit einem Mal sie hat die Unwahrheit gesagt, in dem Artikel, das glaube ich aber nicht, sie steht ja zu ihrer Geschichte und die anderen Frauen stehen auch weiterhin zur ZEIT. Die, die namentlich genannt worden sind und der allergrößte Teil, der nicht namentlich genannt wurde, die haben jetzt alle noch mal mit den Redakteurinnen gesprochen und haben ihre Geschichte noch mal vehement bestätigt.  D.h. die Geschichte Dieter Wedel, Dieter Wedel wird vorgeworfen er sei damals übergriffig gewesen, was er bestreitet, die Geschichte ist immer noch richtig, und die ist gut recherchiert und wie es war. Und dass eine Protagonistin nachträglich ausscheidet und sich zu ihrem eigenen Vorteil oder zum Vorteil ihres Anwalts jetzt ’ne neue Geschichte erzählt, kann nicht der ZEIT angelastet werden, das ist weder moralisch, noch rechtlich ’n Anspruch. Deswegen hat das mit den… mit den Preisen überhaupt keine Veranlassung, warum sollten Preise zurückgegeben werden, es sei denn Jany Tempel sagt: die Geschichten stimmen nicht, die stimmen aber, das sagt sie selber, wo ist also der Vorwurf. 

JY:
Eine solcher moralischer Umgang hat m. E. keine Journalistenpreise verdient. Jany, eigentlich hast du und natürlich die anonymen Frauen den Preis verdient! Wir haben das 3000€ Preisgeld an Lara e.V. gespendet.  
Selbstredend.

Abgesehen davon, dass ich dem Team nicht nur meine Geschichte, sondern auch andere anonyme Frauen inklusive einer ganzen Armada an Zeugen auf dem Silbertablett geliefert und in den ersten beiden Monaten in einer Intensität mitgearbeitet hatte, als sei ich selbst eine dieser Journalistinnen, bin ich trotzdem der Meinung, dass sie sehr gute Arbeit geleistet haben. 
Aber eine solche gute Arbeit kann nun mal in Nullkommanix in Frage gestellt sein, wenn die ursprüngliche Absicht flöten geht, weil man gravierende Fehler gemacht hat und sie sich nicht schleunigst eingesteht, sondern sich ihnen selbst überlässt. 

Das wäre für mich wie ein Friedensnobelpreis für ein Werk, durch das andere zu Schaden gekommen sind. Gute Absicht und gute Arbeit hin oder her. 

Man fragte mich, ob ich damit nicht meinen eigenen Artikel schmälern würde. 
Ja, das kann sein. 
Und das ist schade. 
Ich würde auch lieber mit auf dem Siegerpodium stehen. 
Das können Sie mir glauben. 

CAROLINE SCHMIDT: (25:46)
Für die ZEIT ist aber diese Berichterstattung nichtsdestotrotz ein Problem.

JÖRG NABERT:
Natürlich ist das ein Problem. Deswegen habe ich vorhin ja gesagt, das ist ein vehementer Erpressungsversuch. Ein Erpressungsversuch ist auch für das Opfer immer ein Problem, für das erpresste Opfer. Weil es sich nämlich öffentlich rechtfertigen muss und meistens wird man ja mit Dingen erpresst, die irgendeinen Druck ausüben können, und sie, die, Frau Tempel beziehungsweise ihr Anwalt versuchen eine Schmutz-Geschichte anzurühren,  die keine ist, aber erst mal so aussieht wie eine, und damit Druck aufzubauen, das ist nie schön, wenn man erpresst wird. 

JY:
Wenn das Auge der Öffentlichkeit als Erpressung empfunden wird, darf man das nicht in Abrede stellen. 
Ich kann dann allerdings nur hoffen, dass es als Selbsterfahrung ausreicht, um wirkliche Opfer-Empathie zu entwickeln. 
Oder Opfer-Informanten das nächste Mal nicht in ein gemeinsames Boot zu holen, sondern sie in die Nussschale auf dem offenen Meer zu verweisen, wo sie hingehören. 

Sollte Die ZEIT einen guten neuen Anwalt suchen: Ich kann Dr. Stevens sehr empfehlen!


ENGLISH VERSION

My Strife with Die Zeit (German Newspaper)

Caroline Schmidt (Norddeutscher Rundfunk (NDR; Northern German Broadcasting))
Dr. Alexander Stevens (Prosecutor for Jany Tempel)
Jörg Nabert (Lawyer for Die ZEIT)

For a few days, we have known Mr. Nabert’s opinion on how court proceedings will turn out – something which I regard as being well beyond normal or serious court negotiations.

One thing which is certain is that up until 31.05.2019, the material we had provided thus far was deemed as insufficient for the court to give us justice on this date. It is therefore agreed that the case will go to trial.

Where Mr. Nabert has the audacity to take my credibility into question is completely incomprehensible to me. With the exception of the well-known article he had thought me very credible. 

The audacity of Mr. Nabert’s doing this, even before the trial, before I have even specifically stated my concrete case, is an absolute mystery to me.

Least of all the confidence with which he describes me, my motives and affairs. The man has not even had personal contact with me.

Tearing confidential statements and the feelings of third party’s out of context and placing them elsewhere is the mud of history.

In fact, we simply want to clarify whether or not die Zeit will stand by their promise to pay the legal fees of my star lawyer. I have submitted my material, which is why I agree.

I’m absolutely not a belligerent person and for the work, nerves and costs we have incurred I would put this load on neither myself nor my lawyer if I had no basis for it.

There have been plenty of opportunities in the past to resolve this all together and for the better.

Mr. Nabert also does not tire of reproaching my lawyer Dr. Stevens for having ‘turned’ me, which once again suggests to me that, according to Mr Nabert, I am completely daft and of unsound mind.  

Meanwhile, as a lawyer being interviewed on camera, he mentions four times the name of the anonymous witness! (Timecode 8:40)

I can’t think of anything more for now!

Speechless,
Jany

My comment on the interview

JY:
As Mr. Nabert does not use the third person in this interview, nor does he describe his personal assessment as subjective, I hereby allow myself to replicate how managed to come to this situation and how fed up I have become.
If I make myself liable – although I check every word from now on, (I will of course let Nabert’s remarks also be examined), please inform me, turn to my lawyer or best go straight to the public.

NDR
CAROLINE SCHMIDT: (0:00)
Today was the first date of the trial (Note: District Court HH 31.5.2019 Stevens/Tempel vs Die Zeit/Nabert), how would you summarize the result?

JÖRG NABERT:
The result quoted by the presiding judge fully supports our assessment that we believe that accusations against Dr Stevens and his colleagues are unfounded and the judge confirmed that.

JY:
It’s great that Mr. Nabert regards this interim result as an all-round gain, – but I am also satisfied; the judge said that the evidence was not yet sufficient, without all the information he would reject our application.
For a positive verdict a further plea is needed which will also come from my lawyers.
So this is far from over.

CAROLINE SCHMIDT:
This is about Mr. Stevens’ legal fees. Why doesn’t Die ZEIT want to settle the cost?

JÖRG NABERT:
Die ZEIT gave Jany Tempel, as an informant, an unusual cost-protection and indeed, if Jany Tempel was attacked from the article by Dieter Wedel, then that’s what happened, the part was also paid by Die ZEIT. Now there is a criminal case against Dieter Wedel and Jany Tempel was a witness. In principle, such legal fees are not covered by Die ZEIT because they can not be turned into a party in criminal proceedings, basically they do not support a side in criminal proceedings, and of course a witness does not necessarily need a lawyer in such a procedure, so have not been accepted and that still has not changed.

JY:
Thank you for the unusual cost protection! I was also very impressed when it was announced to me: „not even Günther Wallraf got that, Jany, you’re a heroine!“ The non-usual cost protection for the first Article, in my opinion, only Patricia Thielemann and I got. (as Die ZEIT has held with the other protagonists, in the second, even more explosive article, is beyond my knowledge)

First, the overwhelming evidence and the plethora of allegations suggested that Wedel would not dare to sue.

Secondly, Wedel’s attacks were supposed to be fended off by my / our joint media lawyer (Wedel already lost in the Hannelore Elsner trial against my / our media lawyer) and they were too. There was: a warning, a replica, a protective letter, emails back and forth, heated phone calls.
Many Thanks! I imagine it was very expensive.

Firstly, Die ZEIT also has not „as a matter of principle“ paid the civil cost protection.
The appointment on 14 February served to talk about who would cover the criminal law costs.
At this date, agreements were made. The subject of the proceedings. Testimony against testimony. An estimated three people for Die ZEIT, two people against Die ZEIT and one person will tip the scales.

I would also like to know what the difference is: Being a party in a civil case but not in a criminal case? Whereby, in the face of whatever process, they have clearly shown a party in their article, no?

And whether a witness, who is the main witness and the directly affected victim, is in a position as a witness to testify the collision of two cars, should as the case may be, or wants to remain or not. That should be left to the person concerned as far as possible.

Just a small example of this, if one as the concerned witness „only“ remains a witness: My / our media lawyer, who is not a criminal lawyer for example, neglected to tarnish my data. (This difference is crucial, I unfortunately was not clear about this at the time, my mistake, the commissioner was so nice to draw my attention to it).
I, the main witness concerned, would now be sitting in the courtroom and both the opposing party, as well as hundreds of journalists and the entire public would know exactly where my family and I live. Dr Steven’s subsequent petition at the prosecutor’s office was rejected because it was filed too late, the opponent already had access to files, Stevens still doesn’t today.

There are really many other uncomfortable examples. I am responsible for explaining and apologizing to the anonymous women for bringing them in with me. „Calm down, Jany, you’re the heroine!“ – I could not hear it anymore.

And that’s why the word ‘victim’ has been introduced into politics in the last 30 years and continues to strengthen victim protection. Precisely because it is so important that the victim can meet the accused at eye level – similarly with a lawyer who makes such requests and ensures that the rights of victims are respected.

In addition, Wedel drives a very aggressive defence strategy with highly paid top lawyers. His current main defender is the dreaded Peter Gauweiler. He, too, tried his best to prevent Mr Stevens from being my lawyer. Thank God he failed and I ask the question:
Am I not equally entitled to a good lawyer? Or am I not worth it?

(Affected people have a requirement that needs to be factored in: fear. Therefore the topic of victims should only be touched upon when they feel they can.
A victim is basically easy to guide; easy to manipulate, difficult to comfort, does not like stress. A victim always has to adapt to avoid the trigger of the next anxiety attack.)

CAROLINE SCHMIDT: (1:25)
Die ZEIT had indeed paid a civil law dispute, because you are also party, because it is also part of a process…

JÖRG NABERT:
If… what… Dieter Wedel attacked Jany Tempel because of his remarks in the article, because she said there that she is accusing him of something that was published by Die ZEIT for which Jany Tempel is being attacked, because there Die ZEIT is immediately affected, because it is about your article, but when it comes to a crime that Dieter Wedel has allegedly committed and should be cleared up by the prosecutor, then there’s no involvement by Die ZEIT. That’s something Jany Tempel then, as a witness, like any other citizen, must do. You have to appear at the prosecutor’s office as a witness and truthfully testify. And therefore Die ZEIT has nothing to do with it.

JY:
Apart from the fact that I did not presuppose that, but asked for support several times, which eventually led to the appointment with Giovanni di Lorenzo and all other involved parties, Die ZEIT, since the statute of limitations has a lot to to do with it.
And that is why Giovanni di Lorenzo was very sympathetic.
I also suspect that Die ZEIT itself is a witness in the proceedings, because after all they have worked almost as much in criminality now as the police and the prosecutor in Munich.
I do not know if they have the right to deny their statements they claimed.

In any case, for my purposes, they have a lot „to do with it“.

Above all, if you tell me / us victims that Wedel’s actions have lapsed, what do you need to have checked by three lawyers? I believe there are technical terms such as: duty of care and dereliction of duty at Die ZEIT.
Case content.

CAROLINE SCHMIDT: (2.20)
Now, just before, at the beginning of the trial, you said that Mr. Stevens had „turned“ Jany Tempel, what did you mean by that?

JÖRG NABERT:
Mr. Stevens contacted Die ZEIT immediately after the article was published in January 2018 and, as his defence lawyer, put forward arguments to exonerate Dieter Wedel, saying that there was no evidence that could lead to a punishment of Dieter Wedel and so on, he put forward several arguments. This lawyer has only now sought the witness of the prosecution opposition, Jany Tempel, that is. Jany Tempel now wants as a co-plaintiff in the criminal case that Dieter Wedel be convicted, if she wants that, and has a lawyer who has previously advocated for Dieter Wedel, then we find that strange and if it should turn out in this civil case now the Jany Tempel is implausible, because it is always said that she has received some kind of pledge, but that she can not prove it, and that it, in fact, never existed, then Jany Tempel becomes implausible and the more unreliable a witness becomes, the harder it becomes for a prosecutor to condemn Dieter Wedel. We now assume that the proceedings against Dieter Wedel will be stopped, because you can not prove he is guilty.

JY:
Mr. Nabert’s annoyance over Stevens is really amazing.
I did not see Mr Stevens in any way in favour of Wedel.
I have read his texts and in them I find only the usual legal thinking about medial prejudice.

He did not advocate for Wedel, but against suspicious reporting.
He said that the evidence of suspicious reporting is absurd, since only a statement would stand against a statement and please, not Die ZEIT, but the courts should clarify the matter.
In that case, I do not agree with him, but they do not bother me in the least. On the contrary, this makes me feel even better and well advised.

This view in no way affects his representation of my case.
Also, the resentment over Stevens is part of the court records and history, that the public will find out soon enough.
Mr. Nabert had to dish out the dirt. Whether that is so good for Die ZEIT, we will find out.

Mr. Nabert actually challenges my credibility on behalf of Die ZEIT. I find that daring, tasteless and he is trying to win an advantage.
To that, I would like to hear Anabel Wahbas, Jana Simons and Giovanni di Lorenzo’s opinion.

It will result in all those involved having to say under oath what happened on the 14 February.
And if his party would say the untruth under oath and the judge would have to use these statements for his verdict against us, but would I still be less of a witness to the Wedel process?
That should be understood.
Apart from the fact that I do not see any reason to justify myself and that I am one of the most truthful people around, all my life I have assumed that the truth sooner or later always comes to light. Even little white lies can come back to haunt you. This is called having a conscience.

Even more courageous, I find the prophecy that the Wedel action will be discontinued.
Firstly, I have heard many different things and secondly, I dare to doubt it.
But wait, there are quite a few people in society who are very anxious to see how our country deals with our most explosive #Metoo case.

We are confident that Wedel will be charged.

And if we lost the case, it would not because of my (un) credibility, but because of the law of 1996, when rape in marriage was still allowed.

And what I personally want, now that the stone is rolling, is no longer up for debate.
I repeat: I did not want criminal proceedings.
Why?
For the same reason that so many these unlucky people remain silent. Because of shame, fear and despair.
This has been illustrated in my research very well, despite the 21-year gap of going through the wringer.
But I took it for an important contribution, because I felt treated very well by Anabel Wahba and Jana Simon and I trusted them, and because I did not have to describe the appearance of the genitals to hundreds of journalists and the opposition, that would have denounced me at all costs.

Wedel himself does not interest me in the least, he has his own destiny and will be very busy. At best, he goes through a very intensive therapy.

Nevertheless, I will continue to make my statements to the best of my knowledge and belief, and then I will leave this to the professionals and life.

CAROLINE SCHMIDT: (3:47)
What does this mean for Die ZEIT?

JÖRG NABERT:
This is annoying for Die ZEIT, because she has spent a year talking to over 20 women who have burdened Dieter Wedel, who still – with one exception –stand by their stories, by name and anonymously in the stories that talked to over 300-400 witnesses; in order to clarify the background, to test the credibility, and everything was clear. And now comes a protagonist, and I do not even reproach Jany Tempel, I would blame Dr. Stevens, Dr. Stevens is trying to extort an unusually high sum of money from her. Stevens is not helping her, he is ploughing into her and that’s why I blame him for making this story work the way it does.

JY:
I have not tired, but for nearly one and a half years you pick at my lawyer and try to discredit or rather denounce me.
My collaboration with Dr. Stevens over the past year and a half has been very informative and helpful.
Stevens is honest, loyal and a man of high integrity. He is reliable, conscientious and a specialist in what he does.
He is a rare example of someone with good interpersonal skills.
He is the young generation working for his future.
Stevens is a dolphin among the sharks.

In a letter to the court, Mr. Nabert has stated that Dr. Stevens probably would not go for the money.

It would be interesting to see what Die Zeit paid for Mr. Nabert’s legal fees, I have asked a lawyer: He estimates: so far around €50,000.
Rather than a meeting with me and Dr. Stevens, which we have shown our willingness to have, even before the lawsuit, Die ZEIT’s response was: We do not want a compromise, we want to know!

Well, I think, then I want to know it too.

CAROLINE SCHMIDT: (3:34)
Do you see any motive for maintaining justice?

JÖRG NABERT:
There is a purely financial motive in this case, someone actually wants to demand a very high five-digit sum for what I think is trivial legal activity, – because his client has no money at all, within the scope of this case had to borrow money to go on vacation, she has no money, and he knew that, and if you then as a lawyer allow such a client sign a contract, after which she has to pay fees for hours that could never afford, then I think that is immoral.

JY:
Mr. Nabert calls Dr. Steven’s law practice trivial. Not even professional collegiality is maintained. Wow.

Where does the authorization come from, as to what my financial position is?
This is not publicly known.
Is it actually allowed to tell unauthorized intimate details about my private financial situation?
Very uncool.
Especially in the context of personal gain from the case, if I may assume that Mr Nabert is not working pro bono for Die ZEIT as a gesture of philanthropy.

Furthermore, please give me the benefit of the doubt that I know what I am doing when I sign a contract and not blame Dr. Stevens.

For „immoral“ I hold a completely different notion.
For example, dragging a private, confidential SMS from me into the process, which is not the least bit relevant to the case, seems to serve only to intimidate and silence me.

CAROLINE SCHMIDT: (5:12)
Now Mr. Niggemeier just stood in front of the door right after the trial and said that from his point of view it seems like nothing more than a mud fight.

JÖRG NABERT:
Well clearly when one begins to throw mud, then the other must fight against it, and then this looks from the outside like a mud flight. But what can you do then? As a defendant, you cannot raise your hands. At some point in all this I got a call from a lawyer who was then –but no longer is- working for Dr. Stevens, and that call set this all in process. A call in which she said ‘if you cannot agree’ – because I said no, we do not agree here on an agreement, and indeed we consider the claim to be unfounded, and basically there she says: ‘then there will be media attention’, to which I said: I feel that is extortion. And I feel that as a threat now too, that she can only claim her money through this pressure, by going through the media. And as it turns out, the hall was full today with media representatives, i.e. this pressure has then actually built, in my view, a blackmail situation.

JY:
We did not throw mud.
We have quite decently delivered our lectures, attacked no one personally and negotiated our claim.
If the presence of the press, which you obviously do not shy away from, is perceived as extortion, then unfortunately that is not our problem and also not our intention.

Should they mention that a colleague who is no longer working for Dr. Stevens be an attempt at discrediting us: the colleague passed the mandate for a pleasing private cause and continues to be well-disposed in advising us.

And: when Die ZEIT’s reports on Wedel which „destroy his life’s work“ are acceptable, but media reports on the behaviour of Die ZEIT, then this is blackmail. Aha!

CAROLINE SCHMIDT: (6:15)
„Credibility“ is now a term that lacks a great deal or that is always present in the room – would you say, in your view, that Dr. Stevens is implausible as a lawyer for Jany Tempel?

JÖRG NABERT:
Yes, because in the knowledge of contrary statements he has misrepresented his client. He has said that there were costs that Die ZEIT would undertake and we have submitted documents – even as the criminal case was already running and when Jany Tempel was already being interrogated – we have produced documents that show that Jany Tempel was impressed that the whole thing had come to pass in this way: she said that’s the best thing that we could have done, and Patricia Thielemann, another witness from the first article, said after her testimony: „we can heal now“ and then she said: „I feel that too, a bit“, i.e. she was positive about the criminal case and only after that did she then suddenly claim that if she had known about the non-statute of limitations, she would never have agreed to the whole thing. That’s a story that she came up with later, that has, that’s what her lawyer knew. These documents were in front of Jany Tempel and thus also available to her lawyer. That’s what her lawyer knew but nonetheless presented something different, and still does to this day, even though the judge told him today that these documents speak against him and that’s why it’s unbelievable.

JY:
Yes, that’s what Patricia Thielemann, whom I do not know personally, yet I appreciate very much, expressed so wonderfully. In general, I was so indebted to her, because without her daring it would not have occurred to me even nominally. Since, after the appearance of the statute of limitations, I had the deepest doubts, her yoga-philosophical approach did not help me to leave behind my regrets and to remain brave.

Mr. Nabert has repeatedly questioned my credibility.
He saws through his own branch and judges in public before I have even testified?
As I said: I find that daring and tasteless.

According to my information, the judge had never expressed that someone was untrustworthy, but only that the documents submitted do not yet prove a legal commitment.

And the citations about me, torn out of context, which are newly strung together to become a story of his own choice, are also part of the court records.

Meanwhile, Mr. Nabert has enough explanations for my „change of mind“, which has by no means happened overnight.

CAROLINE SCHMIDT: (7:41)
Yes, now it is so that he told me in an interview that this conversation at Die ZEIT, I think it was the 12th of February (it was the 14.2.2018)…

JÖRG NABERT:
… it took place at Schertz, not at Die Zeit …

CAROLINE SCHMIDT:
… oh, okay, exactly, when Giovanni di Lorenzo was there, Schertz, (in unison) Jana Simon, Anabel Wahba, Jany Tempel and the anonymous witness, exactly, and he says these two, Jany Tempel and the anonymous witness, would both say that there was a promise in that conversation, from Die ZEIT – from somebody at Die ZEIT, who represented Die ZEIT – that they wanted to pay the prosecutor. He now wants to clarify whether this person will testify in court, but that will be the next step. What does that mean for you?

JÖRG NABERT:
This means that this is wrong. Firstly: there are two protocols that these two women have made themselves, Jany Tempel has written a record of the conversation and … (anonymous witness) … also wrote one. Jany Tempel does not say a word about it, but … (anonymous witness) … wrote that sentence in there – the statements do not match. The … (anonymous witness)… also did not say who should have promised whom. So it is not said, that he has told me, what that means, but she just writes that as a legal assessment and as the judge has also seen today, the judge has said that does not even convey what was to come, but that it is only a legal assessment. First you have to explain: who said what to whom in order to derive anything from it, and if that had been the case in the protocol, then the writing, which was also read in court today, would make no sense. The fact that one day later Professor Schertz writes to Jany Tempel, ‘should I still negotiate with Die ZEIT about the cost of a lawyer?’ That would make no sense, if that had already been committed and bound the day before.

JY: 
Here, Mr. Nabert covers half of the case contents, which are still being negotiated behind the scenes and to be presented. Is he allowed to do that?
His quote from the letter is incorrect. 
The word „negotiate“ does not appear in it, because this negotiation had already taken place the day before and was decided.
Mr. Schertz asked me on 15.2, in this same e-mail, whether he should not now „settle“ meeting the costs with Die ZEIT, „because we had already planned it so. “
Different context.
In addition, this e-mail comes with a bit of afore and hereafter, which is shown in my initial response „yes, thank you“ and after a sleepless night, the next morning at 5 am I took the command back and said: „My answer was something hasty, please do not do anything now „.
And this explanation of mine is one which Mr Nabert may not want to publicly discuss.

Why would Mr. Schertz on his own initiative write to me about whether or not he should get on with the cost agreements with Die ZEIT now, because we had already (just yesterday!) planned it that way? 

And here we have a very nice example of his erratic irresponsibility.
Mr. Nabert names the name of the anonymous woman four times.

A journalist and the cameraman stand opposite.

(The NDR editors were so nice to put a beep over it. In the meantime, Caroline Schmidt also took care to make the pronunciation of the name visually unrecognizable, because now not only the deaf or hard of hearing can read lips.)

I was assured by Die ZEIT of so-called informant protection.

I stipulated the condition that I did not want to be named as the initiator of the article, but hide in the women’s collective.
Christoph Amend (chief editor of Die ZEIT magazine) – contrary to the agreement – named me as a source in a show called ‘Hard but Fair’ aired on 5.02.2019 (6:40).  He also wrongly gives the bone of contention.  And the eternal statement: I would have turned proactively to Die ZEIT, is also wrong.

I repeat: mistakes can happen.
But these are unfortunately no more a case of faux pas, but of negligence.
And it shows in the attitude and the handling.
The children fell into the wells and instead of getting them out of there immediately, they call into the well, stay calm, do not get upset, you are a pioneer, be proud of it.

Our needs are treated as negligible sensitivities. Meanwhile, these people let themselves celebrate and be celebrated, and earn a lot of money with it.

And now the whole court is surprised that I go public and call for support.

CAROLINE SCHMIDT: (9:56)
On the subject of the statute of limitations … Jany Tempel says that she had considered as a basic condition/prerequisite that cases such as these are subject to the statue of limitations. As proof of that, it has been mentioned by some others, also now here in court, that however long and thorough the search through the diaries has been to find out exactly when the instance occurred, it in fact make no sense, unless you want to make a point. Moreover, it has also been discussed that ah, well, it’s now so long since the statute has passed. So she is aware of the fact that in this circumstance it can only be published (it cannot go to court). 

JÖRG NABERT:
Once again. If Jany Tempel and a lawyer came to Die ZEIT wanting to set a condition, then it is obvious that the lawyer says that my client is only talking to you, as to whether or not the statute has passed, let’s check it out. Without question. This issue of the statute of limitations has arisen, as an internal affair, because somebody wanted to use it in the article, so you had Johann Schwenn, who had already been there doing other things, checking out whether or not what the women say is at all criminally relevant, what kind of offences it would cover, and so on. And, incidentally, it was also asked if these deeds would be covered under the statute of limitations. And there was a fallacy. It was an internal affair. That is, so to say, it came up in the conversation between the editors, Mr. Schwenn and me. Outwardly, with respect to Dr. Schertz and Jany Tempel, there has been no advice whatsoever. It has not been asked, if it has really passed, and we only talk when it’s Die ZEIT has expired. She should have asked her own lawyer if that was so important to her, or she could have had it checked out herself. But as I said, there has been no agreement with Die ZEIT, nor has there been any advice from Die ZEIT in their direction. And I point it out again, as the process was already under way, the preliminary investigation, she was still enthusiastic about the situation. If that was so bad, she should have on the first day, January 23, 2018, as all the media were reporting that they were investigating Wedel, she should have immediately screamed and said „For God’s sake, I never expected that „, No, several days later, she still writes:“ I’m starting to heal, „- great, that’s how we saw it. And then she comes and says at some point, when she realizes that things are not going well in the hearing, how she had thought about it – and she had an expensive lawyer, who she now has to pay somehow, then it occurred to her that maybe she could make such a story, and we do not believe it, it doesn’t exist.

JY:
It never fails to interest me, the self-confidence with which some people report about the experiences of others.
My perception of the whole process is very different and I have a different chronology of events.
Case content.
And ‘incidentally’, on this issue from my side nothing happened. If the statute of limitations on an internal affair has actually only been clarified „incidentally“, so much the worse.

Stevens wrote recently:
„The woman (me) was completely beleaguered and overcome with nerves. A few days later, she ended up in hospital with circulatory collapse. In that moment, she must have realized the first consequences, as the criminal investigation department announced it and journalists were searching for her in her house and questioning neighbours. „

Yes, I knew it was risky and expected mistakes and hostility. But I did not expect to be treated and abandoned by „my team“ in such a way.

I do not want pity.
I want understanding, acceptance and support.

CAROLINE SCHMIDT: (12:50)
Mr. Stevens now says that he finds it unbelievable that, following an email from Mr. di Lorenzo, three lawyers, or however many lawyers, have in any case squandered on this issue. He continues that Die ZEIT itself has written many articles about this change in the law, one can simply google it, and he does not believe that to be credible.

JÖRG NABERT:
Yes, so Dr. Stevens has now shown in this process that you as a lawyer cannot know everything, you just have to say it clearly, and of course it may not be believable if Die ZEIT, as a company, with, I don’t know, seven hundred or eight hundred employees, has ever written an article on the subject. But you have to recognise that the federal Judge Fischer, that the defence lawyer Strate, that Gisela Friedrichsen, they have already overseen many criminal convictions, and who have all written afterwards: these offences fall under the statute of limitations and have directly reproached Die ZEIT, and have said that they can only deal with the offenses pertaining to the overrun of the statute of limitations. 

CAROLINE SCHMIDT: (13.51)
… did they actually recalculate? …

JÖRG NABERT:
… I do not know that, but …

CAROLINE SCHMIDT:
So Mr. Fischer has withdrawn that. It states in the article in it, that the time has passed. I think they were only referring to it …

JÖRG NABERT:
… yes, that may be possible …

CAROLINE SCHMIDT:
… and believed that the ZEIT did the right research.

JÖRG NABERT:
That may be all possible, but the editors have also relied on what Mr. Schwenn said, I have to make it clear again, there are not three, there has been one lawyer, um, that with the three has been a … a … a wrong assessment of Giovanni di Lorenzo, but err, whether, whether Professor Schertz has advised his client on the subject, we do not know, maybe he even believed it had overrun, many believed it, it didn’t play a significant role, but now we have to, we… You represent with these questions … I can understand that you ask that, but you always represent this position of Jany Tempel – I point out that for Jany Tempel this played no role until well after the initiation of the preliminary investigation, because now a pseudo problem is being built, of course, Die ZEIT in the frame of research, has asked many questions, it has also asked „Is this rape or sexual misconduct or abuse or whatever?“, such questions have been asked to the criminal investigator(s), I have also been asked civil law questions, a mistake may have been made, where people work mistakes happen, but that had nothing to do with Jany Tempel.

JY:
Yes, that’s right, we’re unravelling this whole business now. There are many people involved. What is narrated below cannot be found in my diary.

Maybe everything is just a big misunderstanding.

There is a written agreement from my / our media attorney, which assures me that Die ZEIT reimburses all attorney fees incurred by the Wedel report.

So far, the difference between criminal and civilian cases has not been clear to me at all. So for a while I succumbed to this ignorance. When the difference was impressively demonstrated to me by the Commissioner, I asked for an interview. When Anabel Wahba wrote to me that Die ZEIT would not pay for a prosecutor, I pressed even more concretely for the necessary conversation. Because as has been said: previously someone could also deny civil security and then change their minds.

I got to know Giovanni Di Lorenzo as an empathetic and sympathetic person who did not shirk support.
He should think over my impression that he seems to let a lot of unobjective and unfocused people work for him.
In the end, Stevens did not ‘turn’ Tempel, but his staff ‘turn’ him, as well as his ideas on some topics. 

Was Professor Fischer abruptly dismissed during the period of research? Because he was of a different opinion, to the one which he previously presented. 

https://uebermedien.de/26570/du-bist-unser-autor-du-hast-uns-nicht-in-den-ruecken-zu-fallen/

According to press reports, Dr. Thomas Fischer and Gisela Friedrichsen relied on the information in the first article IM ZWIELICHT – and were by no means „commissioned“ to check the statute of limitations based on the exact data available to Die ZEIT.

In hindsight, however, they are assigned a responsibility the distribution of which simply did not exist.
Dr. Fischer even goes so far as to say aloud that it is grossly negligent, even if only one lawyer is wrong.
The fact that three lawyers have done this borders on a miracle.
End Quote.
As Mr. Nabert now takes two lawyers out of the picture and puts the blame on one, is something I have to comprehend first.
(Oh, yes, that has also ‘incidentally’ just happened).

So too Dr. Stevens.
Before, they had been working with him.

It is legitimate to change one’s opinion and that is what Die ZEIT can do, as has been made very clear.
In which, on the edges, it should be noted that Dr. Stevens did not change his mind.

That Giovanni di Lorenzo does not want to remember his further concession, I cannot fully comprehend.
Let’s see if others remember.

CAROLINE SCHMIDT: (15:15)
Di Lorenzo goes on to say in this letter, which I have just quoted: „It now falls to me a special responsibility that this mistake has happened.” What did he mean by that?

JÖRG NABERT:
You have to ask him that. I do not know that.

CAROLINE SCHMIDT:
And can you at least understand that Jany Tempel feels that way, or would you contest the sentiment, if I have understood you correctly, then you also contest the fact that she senses, but you allege that she just …

JÖRG NABERT:
Yeah, because later, because she said later, it’s all good. She said later that it’s all fine and even if she, I do not know, in mid-February – there she was already with Stevens – said „I still have to talk to Giovanni di Lorenzo about the choice of the victim’s lawyer, in Brackets PKH (legal aid), question mark. i.e. the selection of the victim’s lawyer, Giovanni di Lorenzo has promised to assist her in choosing a lawyer, they wanted to give her a recommendation to whom she could turn, that has happened, she has been given a recommendation, and when she then writes PKH question mark, then she thinks PKH stands for legal aid – that is state support for those involved in legal proceedings. If she was still thinking at that Die ZEIT and writing to her own lawyer, Professor Schertz, if she still at that Die ZEIT receives money from the state or elsewhere, then that’s also different from her point of view. Then she had not got a financial commitment. That she then says “I’m only a witness at the trial now, I have to get myself represented somehow” now, in the name of God, whether she had to or not, that we can leave to one side, but if I go to a lawyer, and before I sign an honorary agreement, after which I have to pay tens of thousands of Euros, then I make sure beforehand, that someone refunds me the money. And she knew until that point that she could not be sure, that she had the right to make a claim. She knew that too, but still she always asked if one could talk about it, and 

Schertz had said to her too, on the 15th of February, „should I talk about it for you“, and then she went on holiday and did not let him talk about it. Would not you, when making such a commitment, say: „yes, you must call, I have to have the money“, no, she goes on vacation and does nothing and signs a contract with Stevens, and he comes to her afterwards and says: „I want to have €30 or 50.000. And then it is said: yes, but there is the question of ethics. There is no ethical question; if the client herself was happy, at the beginning for the civil procedure, the preliminary investigation to be initiated, then you cannot somehow reconstruct this later, which is what has happened in this sense, with her.

JY:
He is right.
That was dumb of me.
To have trusted those present was a mistake.

Honestly: from the 14.2 there was no further contact because I was so disgusted. If I am lied to and discover darkness that I can no longer handle, then I turn off, maybe even to my own supposed disadvantage, for a while.

As for the mention of PKH, legal aid:
No one knows what the lowest minimum rate of state lawyer support is, in the original sense of the word: help with the costs of a process.
We’ll find out.
And please let’s find out what Mr. Gauweiler calls Wedel.
I would find that interesting. Whereby a saying comes to my mind that I cannot resist: The devil always craps on the biggest pile. (In reality, it shits.)

And simply deciding to go on vacation right after a circulatory collapse signalled what should have been the highest level of alert was perhaps also stupid.

But since I think that everything is good for something, all will get their comeuppance and bring a higher good to light.

CAROLINE SCHMIDT: (17:59)
Now, eh, the question of the statute of limitations has not only been crucial for Ms. Tempel – just going back to the statute of limitations for a moment – of crucial importance, she says now, and also for the two women who, yes, for whom anonymity has been secured. Now, as part of this preliminary investigation, this anonymity was revealed, because Mrs. Temple also – as Mr. Stevens has just recently described again – that is, the prosecutor really, um, I do not want to say forced, what is the right term? – prompted – to really reveal who the other witnesses are. Can one …, to what extent should Die ZEIT have to accept the accusation that they did not sufficiently protect their protagonists?

JÖRG NABERT:
The Die ZEIT is not there to protect the protagonists before the testimony in a criminal case. A criminal case is a state procedure that is instituted against a perpetrator. It’s not that the ZEIT is there to protect perpetrators from prosecution. Law enforcement automatically comes into effect when a public prosecutor learns that a crime of some significance has taken place somewhere, then it is investigated and then every citizen is obliged to testify there. So if these other women have to testify, that’s their civic duty, Die ZEIT is not there to prevent that.

JY:
I am a lay person and have no high school diploma.
As an actress, I never played in a court series and as a writer I did not encounter the genre either.

The first recommendation of Die ZEIT was: it must be a woman, a female lawyer.
They then recommended a man who was renowned: he could not take over the mandate himself, but his law firm could.
Shall I describe how made a fool of I felt?

The second recommendation was: local, that is: in Berlin.

My inquiries revealed exactly the opposite:
I need a male lawyer, if not two. And I need a lawyer from Munich, because the investigations are in Munich and the trial would also be held in Munich.

Dr. Stevens is a man, a team worker, a Munich man and knows his way around the Munich Attorney General’s apparatus through his other cases.

And how could Die ZEIT actually guarantee anonymity if the statute of limitations was allegedly not so important and „incidentally“ treated?

Mr. Nabert explains the civic duties.
I fear that Die ZEIT has to accept the accusation that their praised informant protection was not worth a damn and that we informants, in spite of the right to refuse to give evidence before journalists (in order to protect informants), were watched while the knife was turned on us.

This assumption has already been expressed by some professional people.
I do not want to assume as much notoriety.
But, if I review, how everything has lined up and now for the most part vehemently been denied and wronged, then I begin, in good faith, to doubt and wonder: how much was this success worth to you? And above all, how much is it worth your while to go against me?

I repeat: should I now make mistakes herein:
I’m ready to show you.
But still, with leave, I see no mistakes on my part.

As one says so beautifully: in court and on the high seas you are in God’s hands.
I trust in him.

Now I am allowed to get to know ‘Justicia’ personally, the goddess of justice.
And may the world please accompany me.

CAROLINE SCHMIDT: (19:23)
Then there’s also this – which has also been a part of the press release topic – but ehm has now already been written several Die ZEITs, that the two other women, ehm are complaining about Die ZEIT and indeed they would have, ehm, retracted their own part of the story before publication.  One of them is supposed to have said that the response, ehm, that it’s not working anymore, we cannot change anymore, it’s too late, and the other story is supposed to have been reconstructed with the help of other witnesses, and all the details of the woman should have been struck out – that is, indeed, what, Mr Stevens is now contesting, that both their stories stayed, even though they wanted them withdrawn: both remained part of the coverage. How do you rate that?

JÖRG NABERT:
Dr. Stevens wrote that in his press statement, and within an hour we sent him a cease and desist against exactly this passage….

CAROLINE SCHMIDT:
… that’s what Ms. Friedrichsen wrote in her article, eh? So, in December …

JÖRG NABERT:
… to one of the (women’s) cases, not two …

CAROLINE SCHMIDT:
… to one case only, exactly …

JÖRG NABERT:
… I just wanted to …

CAROLINE SCHMIDT:
… okay, sorry.

JÖRG NABERT:
Well, we immediately went ahead with a cease and desist order against Dr. Stevens because the statement is wrong. In one case, the woman wrote just before publication that she agrees with the story. There has been no withdrawal from the release. So that is objectively not true. In the second case, the woman had given an indication about what had happened but then later said I do not want my information to be used anymore. We had… – as I said earlier – we had though already spoken with several hundred protagonists in the whole environment, and there were a lot of things going on in public. That Wedel had allegedly made people kowtow to him on stage, in front of everyone else on set, that naturally played out in public, and when other people explained what has occurred, then it is no longer up to a protagonist to say that this story should not be told. No medium would accept that external people decide what is and is not to be reported. That which takes place publicly may also be reported publicly.

We did not use any information that the client gave to us from her own –no sorry, not the client, the protagonist – told of her own emotional life, or her explanation of events that happened behind closed doors, events that came from her own private life, all that was not told. An anonymous story was told where no one is recognizable, through things that have expired in public, and that is why we have kept to all the promises that Die ZEIT has made.

JY:
Basically a good intention, but we have other information. Probably also part of the process/procedure, I do not know.

Yes, the written warnings were delivered by post to Dr. Stevens.
Dr. Stevens has made no concession in any way.
So far no judicial prohibition has followed.
Probably because Dr. Stevens can prove all this triviality with the help of a few emails.

Mr. Nabert / Die ZEIT has warned Dr. Stevens how many Die ZEITs now? now … how often warned?
And even sued?
So it is with me, too.

CAROLINE SCHMIDT: (22.12) 
UEBERMEDIEN (an independent, online newspaper) wrote today that Jany Tempel wrote to editor-in-chief of Die ZEIT in December 2017, „she hopes that she and the other women are not just a story“, but quote: „in this case, particularly sensitive people who take such high risks to change something that they move us/me beyond the article. What do you think when reading such lines? Today, – you have certainly read the article.

JÖRG NABERT:
That we do more than we normally do. We took care of this witness, this informant in a human way, as happens very seldom, she got cost protection, that an informant rarely gets, so, an informant – I’m now also informant for her. You came, I believe, not with the idea, if I … if I were attacked now, by Stevens, to afford me protection, that is a rare case, so because there was this rare case, we already have the over-compulsion to do more than necessary to protect this woman, we have cleared up all the information in her background so as not to let her run the wrong way, if she has a false memory, if she has any false … false conceptions about the punishability of Wedel for what he has done, everything was explained to her, she can rely on it today, on all that Die ZEIT did in her favour. Yes, she was the one, she wanted it, she came, at this point in Die ZEIT, and wanted that her story be told, so that was in her mind, and Die ZEIT helped her clarify her story and helped her to bring Wedel publicly to account, be it morally, criminally, be it otherwise, so that he is held liable for what he has done. That was her interest and accordingly she can do that, she cannot blame Die ZEIT for not having protection here, and I can only say it again: at the Die ZEIT when the criminal proceedings began, she had no objections. She’s coming up with a constructed story because she wants to get Stevens the money.

JY:
Actually: without words.

But to make it understandable:

I do not deny the good work.
Apart from the fact that my contribution was a purely social, the colleagues of die ZEIT have earned well, so what should I thank you for?
For protection that is self-evident and also self-serving?
I criticize the handling of the situation afterwards.
After the mistake.

I repeat: It took quite a while before I realized that no one was responsible for the mistake, as a result, no one apologized. It was only when I suddenly found myself in the whole mess and no longer sat in the other boat, I had to then persistently ask permission to get back into the boat.

The claim that the limitation period was only ‘incidental, is simply wrong.
Die ZEIT itself writes in their article that in 2003 I had written a book about my life in which I described this incident and because of the non-statute of limitations my book did not publish at that time.
I hear my ninety-year-old mother-in-law, whose diaries have been at the prosecutor’s office for a year and a half, saying, „And my darling?
Is it time barred or not?”
If it is not barred, I can only tell anonymously, I told her. Anabel Wahba and I were very happy when, by a lucky coincidence, the exact date fell into my hands.
That meant for us: Barred, I can appear by name.

My media lawyer warned me that anything could happen, but I thought we were all in the same boat.
Jany, we are all in the same boat.

Initially, I also considered the limitation period as such and did not blame anyone:
So it was me (for the time anonymously), the initiator of the whole thing.
It could also have been another woman.
So I considered it a duty and my fate that I set for myself.
Everyone encouraged me.
I allowed myself to believe them.

And it could also have been a good cooperation had more agreements been kept, more serious mistakes and – and that’s not possible with a Jany Tempel: when she realizes she’s starting to be dishonest with her, she manipulates and instigates intrigue, then she goes on vacation in another boat and does not come back until she processes and regains her strength.
Very easily.

CAROLINE SCHMIDT: (24:22)
I have now.., – Mr. Stevens just said, Jany Tempel is so angry now that she wants die ZEIT to return all costs because of this story.

JÖRG NABERT:
Well, the costs are not awarded because Jany Tempel wants or does not want anything. The story is out, the story is right, unless Jany Tempel suddenly says she told the untruth, but in the article, I do not think so, she’s true to her story and the other women are standing by Die Zeit. Those who have been named and the greatest part, who was not named, have now all talked to the editors again and have vehemently confirmed their story again. That means that Dieter Wedel’s story, Dieter Wedel was accused of being overbearing at that time, what he denies, the story is still correct, and that is well researched and how it was. And the fact that a protagonist withdraws later and now tells a new story for her own benefit or for the benefit of her lawyer can not be blamed on Die ZEIT, that is neither morally nor legally entitled. That’s why this has nothing to do with the … with the costs, why should costs be returned, unless Jany Tempel says: the stories are not true, but they’re true, she says herself, so where’s the accusation?

JY:
Such a moral handling has in my opinion won no journalistic awards. Jany, you and of course the anonymous women deserve the prize! We have donated the €3000 to Lara (registered association). Naturally.

Apart from delivering my story, not only to the team, but also other anonymous women, including a whole armada of witnesses on a silver platter, and working with intensity in the first two months as if I were one of those journalists myself, I still think that they have done a very good job.

But such good work can be questioned in no time at all, if the original intention goes down the drain, because one has made serious mistakes and does not quickly admit it, but leaves it to itself.

That would be like a Nobel Peace Prize for a work that has damaged others. Good intention and good work or not.

I was asked if I would not belittle my own article.
Yes, that is possible.
And that is a pity.
I would also rather be standing on the podium.
You can believe me.

CAROLINE SCHMIDT: (25:46)
For die ZEIT, however, this reporting is nonetheless a problem.

JÖRG NABERT:
Of course that’s a problem. That’s why I said earlier, this is a vehement blackmail attempt. A blackmail attempt is always a problem for the victim, for the extorted victim. Because it has to be publicly justified and most of the time you are being blackmailed with things that can put pressure on you, and you, the woman, or your lawyer trying to stir up a dirt story that is not, but looks like one, and to build up pressure is never nice when you’re being blackmailed.

JY:
If it is perceived as extortion in the public’s eye, one must not deny that.
However, I can only hope that it will suffice as self-awareness to develop real victim empathy.
Or not to get victims’ informants in the same boat together next time, but to refer them to the nutshell on the open sea, where they belong.

Should Die ZEIT seek a good new lawyer? Stevens is highly recommended!

6 Kommentare

  1. Y.

    Juni 14, 2019 - 23:16

    Liebe Frau Tempel,

    was für ein Chaos, welch Durcheinander! Entsetzt lese ich Ihre Beiträge und kann jeden, wirklich JEDEN verstehen, der sich nicht traut, im Falle eines Falles zur Polizei zu gehen. Ich erinnere noch die Aussage des Ex-Generalstaatsanwalts Karge, welcher seinerzeit in der Sendung von Anne Will diesen unfassbaren Satz sagte, für den er sehr angegangen wurde: „Wenn ich eine Tochter hätte, würde ich ihr nach einer Vergewaltigung nicht raten, diese anzuzeigen.“

    Solch einen unglaublichen Satz muss man erst mal sacken lassen.

    Nach so viel Leid und Unvorstellbarem, was schon geschehen ist, drücke ich Ihnen und ihrem Anwalt alle Daumen, dass Sie und am Ende die Gerechtigkeit siegt.

    Wenn nicht, weiß ich nicht, wie man je wieder Vertrauen in Gesetze und Recht fassen soll.

    • Jany Tempel

      Juni 17, 2019 - 14:23

      Liebe/-r Y.

      sehr wertvoller Beitrag,
      der in wenigen Worten alles aussagt.
      https://www.bild.de/news/2010/schockt-im-tv-vergewaltigung-anzeige-13503530.bild.html
      Die Reaktionen unserer Lebensgefährten damals,
      Patricia Thielemanns und meines Freundes,
      (im Artikel IM ZWIELICHT zu lesen) waren ähnlich:
      sie waren außer sich, wollten hinfahren und ahnden.
      Es ist wünschenswert, dass die Aussage des Generalstaatsanwaltes
      irgendwann nicht mehr zutrifft. Wenn ein sexuell motivierter
      Übergriff genauso betrachtet wird, wie jedes andere
      Verbrechen auch.
      Aber wie? Denn es ist und bleibt nun mal schwierig.
      Gibt es doch leider auch genug Verleumdungsbeispiele.
      Vielen Dank für den „unglaublichen Satz“! JY

  2. Anne M.

    Juni 16, 2019 - 16:59

    Man müsste lauthals lachen, wenn all das Geschehene nicht abgrundtief erschütternd, so perfide und traurig wäre: ältere Männer, hier wie dort, versetzten in Bademänteln steckend ganze Heerscharen von Frauen über Jahre und Jahrzehnte in Angst und Schrecken, nutzten ihre Machtposition schamlos aus und taten diesen sexuelle Gewalt an, erniedrigten und belästigten sie – sowohl öffentlich, als auch hinter verschlossenen Türen. Die Frauen schwiegen aus Scham, sind seitdem schwer belastet, tragen ein Leben lang an ihrem Trauma und müssen alle Kraft aufwenden, um zu überleben. Der Artikel mit unglaublichen Enthüllungen in der New York Times sorgt für die #MeToo-Debatte. Als das Ausmaß des unvorstellbaren Leids bekannt wird, ist niemandem zum Lachen zumute. Nach den Artikeln in der Zeitung die Zeit geht auch hier ein Aufschrei durch das Land. Immer mehr Frauen berichten von unglaublichen Schikanen und Erniedrigungen vor versammelter Mannschaft, von sexuellen Übergriffen und Gewalt, die sie hinter verschlossenen Türen erleben mussten. Wie so meist in solchen Fällen haben auch sie aus Angst und Scham geschwiegen. Jahrzehntelang. Ich erinnere mich an eine Welle der Solidarität, welche den mutigen Frauen hierzulande zuteil wurde. Patricia Thielemann, Jany Tempel, Esther Gemsch und wie sie alle heißen. Der Boden bebte. Natürlich – auch die Shitstorms blieben nicht aus. Giovanni Di Lorenzo, einer der wenigen in der Medienlandschaft, den ich bis dahin stets positiv in seiner zurückhaltenden Bescheidenheit wahrgenommen habe, einer mit viel Fingerspitzengefühl und Empathie, äußerte sich. Simon Verhoeven, der sich lautstark positionierte und solidarisch mit den geschundenen Frauen zeigte. Renan Demirkan, Dominique Voland und Herr Meindl. Klarer konnte man kaum Stellung beziehen. Sie alle haben mir mit manch einer Äußerung aus der Seele gesprochen. Dass man dann aber nichts mehr hörte oder las, das hat mich sehr gewundert. Ich habe dann noch einen mehr als seltsam anmutenden Artikel gefunden, in dem Ulrich Tukur seine Gedanken zum Besten gab und war erschüttert. Seitdem Stillschweigen. Fast nichts mehr. Stattdessen werden zugesagte Anwaltskosten nicht übernommen und müssen eingeklagt werden. Ich kann nicht mehr wirklich folgen und habe Mühe alles zu verstehen. Gut, spätestens seit Kachelmann haben wir gelernt, dass bis zuletzt die Unschuldsvermutung gilt. Vor meinem geistigen Auge erscheint Gisela Friedrichsen, die zur Besonnenheit mahnt. Niemand soll vorverurteilt werden, bis ein ordentliches Gericht entschieden hat. Ja, recht hat sie! Aber wie soll man bei solch einer erdrückenden Beweislast, die zentnerschwer vor einem liegt, nicht eins und eins zusammen zählen? Das ist schier unmöglich. Wie abgrundtief böse ist es, wenn eine von Vergewaltigung spricht, und ein anderer von einer kurzen Affäre? Ich kann sagen, dass ich glücklicherweise nie Opfer sexualisierter Gewalt geworden bin. Aber ich bin Frau, Mutter und ein Teil dieser Gesellschaft. Ich möchte diesen mutigen Frauen meine Anerkennung aussprechen. Und all jenen, die sich immer noch nicht trauen, auch. Ich fühle mit Euch und kann verstehen, was Euch antreibt und/oder auch immer noch stumm bleiben lässt. Es scheint, dass uns nichts weiter bleibt als die Füße stillzuhalten und abzuwarten. Möge ein ordentliches Gericht entscheiden, und es so etwas wie Gerechtigkeit in dieser Sache geben. Amen!

    • Jany Tempel

      Juni 18, 2019 - 18:13

      Liebe Anne M.,

      Du fasst das alles großartig zusammen!
      Sehr interessanter Einblick in Deine Wahrnehmung um Fragezeichen zu bekommen. Ich kann nur hoffen, dass andere auch Dein Interesse teilen.
      Vielen Dank, dass Du Dir die Mühe machst dabei zu sein und – obwohl Du sagst, selbst keine Betroffene zu sein- nicht wegzusehen.
      Wir sind alle Kinder von Müttern und Vätern und eventuell selbst Eltern. An einem humanistisch, psychologischen Erbe zu arbeiten, ist unsere Pflicht. Und das tun wir hiermit.
      Ja, genau: Amen! Inshallah! Om! Schalom! JY

  3. CoRa

    Juli 05, 2019 - 12:59

    Hallo Jany, das ist unglaublich, dass du bzw. deine anwaltliche Vertretung erst die Kostenübernahme erstreiten müssen, während die Zeit-Redaktion sich in Fernsehsendungen und Kommentaren nicht nur die Schlagzeile des Jahres 2018 und hohe Auflagenzahlen sicherte. Sie sah sich doch in der Aufdeckung dieses Themas auch in der journalistischen Pflicht. Wo bleibt jetzt die Selbstverständliche und Moralische, die zurück gelassenen Protagonisten dieser Enthüllungen zu unterstützen?
    Es gäbe so einiges, dass bundeseinheitlich gesetzlich geregelt werden sollte.
    Upskriping gehört natürlich auch dazu.
    https://mobil.stern.de/neon/wilde-welt/gesellschaft/upskirting–unter-den-rock-fotografieren-in-deutschland-keine-straftat-8692648.html
    Aber auch, dass Opfer des journalistischen Presserummels ausreichend geschützt werden und wie in deinem Fall, ein Verlag zumindest zu seinem Wort stehen sollte.
    Wie sonst sollten Menschen zukünftig animiert werden, mutige Aussagen gegenüber der Presse zu artikulieren?
    Ich werde diesen Prozess-Verlauf weiterhin beobachten und möchte gern darauf vertrauen dürfen, dass unsere deutsche Presse verantwortlich agiert.
    Dir und deiner anwaltlichen Vertretung wünsche ich eine Gerichtsbarkeit, die in ihrer Unabhängigkeit, meiner Auffassung folgen kann.
    CoRa

    • Jany Tempel

      Juli 05, 2019 - 14:38

      Auch dieser Artikel verschlägt mir die Sprache.
      Wie kann es sein, dass man dieses kranke Verhalten überhaupt diskutieren muss?
      Menschen mit solchem Betragen sollten Therapieauflagen bekommen.
      Hoffen wir, dass sich endlich gesunder Menschenverstand
      durchsetzt und die Willkür ein Ende nimmt.

      Vielen Dank für den Beitrag!
      JY

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