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Über mich

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Mein Name ist Jany Tempel.
Ich lebe in Deutschland und Thailand.

Vor fast zwanzig Jahren hatte ich bereits einen Roman über mein Leben geschrieben, das Buch wurde seinerzeit aber nicht veröffentlicht, weil ich unter anderem auch über Straftaten noch lebender Personen berichtete.
Ich bin Berlinerin. Ich verbrachte aber ein paar Kindheitsjahre in Bayern, die mich natürlich geprägt haben.
Nach meinem Schauspiel-Studium hatte ich die Ehre während der Wende als erste westdeutsche Besetzung beim DDR-Fernsehen mein Debüt als Filmschauspielerin zu haben. Seit Anfang der 90er Jahre arbeitete ich als Schauspielerin, Jugendmoderatorin und immer wieder auch hinter der Kamera. Auf meine Rollen aus meiner Jugendzeit, als gerade die ersten Privatsender geboren wurden, werde ich heute noch angesprochen.
Um die Jahrtausendwende endete dann meine Schauspielkarriere, weil ich, durch meine Lebensgeschichte bedingt, zusammenbrach. Ich hatte mit schwerer posttraumatischer Belastungsstörung und Depressionen zu kämpfen.
In dieser Zeit konzentrierte ich mich auf Therapien, auf meine Familie und leichtere künstlerische Arbeiten. Ich machte diverse psychologische Fortbildungen, die nicht nur meiner Gesundung, sondern auch meiner Arbeit als Autorin dienten.

Als uns nun 2017 der Hashtag Metoo erreichte, ermutigten mich meine Freunde und meine Familie, nun doch endlich meine Geschichte öffentlich zu machen. Die Überwindung war sehr groß. Sätze wie „Das bist du der Welt schuldig“, „Du wirst damit auch anderen helfen“, „Es ist dein Schicksal, jetzt mutig zu sein und zu reden“ ließen mich der Thematik Stück für Stück näherkommen. Ich hatte über die vielen Jahre auch andere Frauen getroffen, denen ähnliches widerfahren war und wusste einerseits, dass der Hashtag Metoo endlich den Wandel der Gesellschaft erzwingt, andererseits fühlte ich mich immer noch in der übermächtigen Angst von damals gefangen.
Ich beobachte eine Weile das Geschehen und dachte, es wird ja wohl in Deutschland auch jemand aufstehen und reden. Aber Deutschland schwieg „ohrenbetäubend“, wie es die Schweden nennen. Obwohl „alle wussten“, dass wir auch mindestens einen Weinstein seit Jahrzehnten tolerieren. Die Angst war offenbar immer noch zu groß. Meine auch.
Aber meine Freunde und Familie stärkten und ermutigten mich stetig.
Ich fand Profis, die sich für mein Erlebnis interessierten und ich erzählte ihnen vertraulich meine Geschichte. Ich ließ mich komplett durchleuchten und arbeitete zwei Monate lang intensiv an den Recherchen mit. Währenddessen überlegten wir, ob ich mich nur anonymisiert offenbaren sollte.
Ich versuchte, die juristischen Konsequenzen zu ermitteln, immer in der Gewissheit, jederzeit feige sein und abspringen zu können. Als sich eine weitere mutige Frau gefunden hatte, die bereit war, ihr Erlebnis klarnamentlich zu berichten und uns Unterstützung und juristischer Schutz zugesichert worden war, gab ich meine finale Zustimmung.

Als der erste Artikel „Im Zwielicht“am 4.1.2018 im ZEIT-Magazin erschien, ging ich davon aus, dass hiermit mein Beitrag nun erledigt wäre. Ich dachte, dass nun andere mutige und professionelle Menschen die Thematik weiterbearbeiten würden.
Aber da hatte ich mich getäuscht.
Das war offenbar nur der Anfang dieser Geschichte…

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Jany_Tempel


ENGLISH VERSION

About me

My name is Jany Tempel.
I live both in Germany and Thailand.

Almost twenty years ago I had already written a novel about my life. The book wasn’t published back then, mainly because I reported on crimes of people who are still alive.
I’m from Berlin. But I spent a few years in Bavaria when I was a child.
After my acting studies I had the honor to make my debut as a film actress in the first West German cast on the GDR television during the political change.
Since the beginning of the 90s I worked as an actress, host and sometimes also behind the camera. Today, I’m still known for my earlier acting roles.

At the turn of the millennium, my acting career ended because I collapsed due to my life story. I struggled with post-traumatic stress disorder and depression.
During this time I focused on therapy, my family and simple artistic work. I did various psychological trainings, which improved my health and my work as a writer.

When the hashtag Metoo reached us in 2017, my friends and family encouraged me to finally make my story public. It wasn’t easy for me. But phrases like „You owe it to the world,“ „You’ll help others,“ „It’s your fate to be brave now and talk“ made me think more about the subject. Over the years, I had met other women who had made similar experiences. On the one hand, I knew that the hashtag Metoo finally forced the change of society, on the other hand, I still felt trapped in the overpowering fear of my past.
I watched the happenings for a while and thought that somebody will stand up and talk here in Germany too. But our country was silent, although “everybody knew” that we had our own Weinstein for decades. Our fear to speak up was obviously still too big, but my friends and family empowered and encouraged me.
I found professionals who were interested in my personal #Metoo experiences and I confidentially told them my whole story. I told them everything and worked intensively on the research for two months. We also considered if I should tell my story anonymously.
I tried to determine the legal consequences, always in the certainty to be able to stop at any time. When another courageous woman was ready to report her experience, and legal protection and support was promised to us, I gave my final approval.

When the first article „Im Zwielicht“ was published on the 4th of January in 2018 in a magazine named ZEIT, I assumed that I have served my contribution. I thought that from now on other courageous and professional people would continue the work on this topic.
But I was wrong.
It was just the beginning of this story…

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Jany_Tempel